Ich bedaure, dass mein Amt mir verbietet, den Kerlen selbst eins auf die Fresse zu hauen. Hessen Ministerpräsident Holger „Dachlatte“Börner (SPD) 1982 über die Grünen, kurz bevor er Joschka Fischer turnbeschuht als Umweltminister vereidigte.

Bevor der Wurst gesagt hatte, habe ich sie schon gegessen. Helmut Kohl über einen nachdenklichen Parteifreund

Radikal ist heute realistisch. Robert Habeck

Einen Vorsprung im Leben hat, wer da anpackt, wo die anderen erst einmal reden.

John F. Kennedy

Die meisten Menschen sind von stumpfer Phantasie. Was sie nicht unmittelbar anrührt, nicht aufdringlich spitzen Keil bis hart an ihre Sinne treibt, vermag sie kaum zu entfachen; geschieht es aber einmal knapp vor ihren Augen, in unmittelbarer Tastnähe des Gefühles auch nur ein Geringes, sogleich regt sich übermäßige Leidenschaft. Sie ersetzt dann gewissermaßen die Seltenheit der Anteilnahme durch eine unangebrachte und übertriebene Vehemenz.

Der von den Nazis ins Exil getriebene Schriftsteller Stefan Zweig, als lehrreicher Beobachter wiederentdeckt von Klaus Koppenberg


Das ökologisch Unabweisliche und das menschlich Zuträgliche fallen dabei in eins.

Bernd Ulrich, DIE  ZEIT-Politik-Chef, in der Neujahrsausgabe zur Vision „Fahrradfreundliche Stadt“

„Den Stier bei den Hörnern packen und ihn solange streicheln, bis er einknickt.“

Robert Habecks schön-schwieriger Redeschluss auf dem Grünen Parteitag am 17. Juni.

»Sie haben versucht, uns zu begraben.
Doch sie vergaßen, dass wir Samen sind.«
In mexikanischen Graswurzelbewegungen verwendetes Sprichwort, vermutlich zurückgehend auf den griechischen Poeten Dinos Christianopoulos (*1931).

„Die einen haben burn-out, ohne je geburnt zu haben, andere sind
out-geschrieben, feuern und feiern aber noch fröhlichst. Ich habe  so überraschend viel Glück gehabt, dass ich hoffentlich noch lange anfeuern kann.“ Ein 68er Jubilar

Erst Empfindung, dann Gedanken. Erst ins Weite, dann in Schranken. Schon wieder Goethe

Es ist besser, Genossenes zu bereuen, als zu bereuen, nicht genossen zu haben. Giovanni Boccacio, ganzheitlich italienischer  Genießer

Wenn Vernünftige umsteigen, haben Unvernünftige mehr Platz auf der Straße und der Stau wird kürzer. Winfried Hermann, badenwürtenberger Verkehrsminister fordert von Autofahrern Dankbarkeit gegenüber Radfahrern

Es ist schön, ein hungerndes Kind zu sättigen,
ihm die Tränen zu trocknen,
ihm die Nase zu putzen,
es ist schön, einen Kranken zu heilen.
Ein Bereich der Ästhetik, den wir noch nicht entdeckt haben,
ist die Schönheit der Gerechtigkeit.
Über die Schönheit der Künste, eines Menschen, der Natur
können wir uns halbwegs einigen.
Aber – RECHT und GERECHTIGKEIT sind auch schön,
und sie haben ihre Poesie, wenn sie vollzogen werden.

Heinrich Böll


Das ökologisch Unabweisliche und das menschlich Zuträgliche fallen dabei in eins.

Bernd Ulrich, DIE  ZEIT-Politik-Chef, in der Neujahrsausgabe zur Vision „Fahrradfreundliche Stadt“

 

Anfangs wollt ich fast verzagen,

Und ich glaubt, ich trüg es nie;

Und ich hab es doch getragen –

Aber fragt mich nur nicht, wie?

Heinrich Heine

 

Das große Ziel des Lebens ist nicht Wissen, sondern Handeln. Thomas Henry Huxley, 1825-1895

 

Wenn es mir schlecht geht, gehe ich nicht in die Apotheke, sondern zu meinem Buchhändler (vor Ort;-). Philippe Dijan (angeblich nach einem Hornung-Besuch)
Kannst du nicht allen gefallen durch deine Tat und dein Kunstwerk, Mach es wenigen recht; vielen gefallen ist schlimm. Friedrich von Schiller

 

Es war eine schöne Zeit. Ich dachte nie daran, dass sie nicht für ewig bleibt. Uwe Goethe

Hast du in den Ferien nichts zu tun, dann komm in`s SpontUN.

Geschäftsführer Carsten „Schraube“ Hellman  sucht Beschäftigung
Bei der Herstellung von einem Kilo Rindfleisch entstehen 6.450 Gramm CO2, die Produktion von einem Kilo Gemüse erzeugt nur 150 Gramm, das ist um rund 98 Prozent weniger.
Michaela Knieli, Ernährungsexpertin bei „die umweltberatung“
„Bei keiner anderen Erfindung ist das Nützliche mit dem Angenehmen so innig verbunden, wie beim Fahrrad.“ Adam Opel, deutscher Gründer der Firma Opel, 1837 – 1895

Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren. Bertolt Brecht

An ihren Früchten sollt Ihr sie erkennen …. nicht an den Versprechungen. Ein Bibelwort zu den Wahlprüfsteinen

Das Reh springt hoch, das Reh springt weit. Warum auch nicht, es hat ja Zeit. Die Grünen Unna für mehr Gelassenheit.

Carsten „Schraube“ Hellmann

Die größte Katastrophe ist das Vergessen.

Heinz Alsheimer zugeschrieben

Die Jugend ist uneigennützig im Denken und Fühlen und denkt und fühlt deshalb die Wahrheit am tiefsten… Die älteren Leute sind selbstsüchtig und kleinsinnig.

Heinrich Heine

Wandlung ist notwendig, wie die Erneuerung der Blätter im Frühling. Vincent van Gogh

Irrsinn ist Trump(f)

Alle sagten, das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht – und hat’s gemacht!“ 

Wer kam da? Und wer hat das notiert?

 

Doch hier ist zu sagen: nicht das Mögliche ist gestorben, sondern die Lust am Möglichen, nicht die Veränderung is tgeschwunden, sondern das Streben nach ihr, nicht das Leben ist aus, sondern der Wunsch es zu ändern, nicht die Geschichte ist tot, sondern der Wunsch, sie zu machen.

Henri Lefebvre/Catherine Régulier

Utopien bedeuten ungefähr soviel wie Möglichkeiten; darin, dass eine Möglichkeit nicht Wirklichkeit ist, drückt sich nichts anderes aus, als dass die Umstände, mit denen sie gegenwärtig verflochten ist, sie daran hindern, denn andernfalls wäre sie ja nur eine Unmöglichkeit; löst man sie nun aus ihrer Bindung und gewährt ihr Entwicklung, so entsteht die Utopie.
Robert Musil
 

Die gemeine Seele wird zwar vom glücklichem Gelingen erhoben, von Missgeschicken aber niedergerissen.  Epikur

 

Seit jeher gelten die Quitten als Symbol für Liebe, Glück, Fruchtbarkeit, Klugheit, Schönheit, Beständigkeit und Unvergänglichkeit. Wikipedia über Quitten. Unnas Grüne pflanzen deshalb diese Bäume auch öffentlich beerntbar. Und wir teilen Früchte und Rezepturen gern!

Wer glaubwürdig sein will, muß den ständigen Dialog suchen.

Heinz Goldmann (*1920), schweizer. Kommunikationstrainer.  
Unser Engagement ist nicht nur der Tropfen auf den heißen Stein, sondern kann der Anfang eines Regens sein. Antonia Boden, Pfarrcaritas St. Walburga, Overath

Das Publikum ist wunderbar nachsichtig. Es verzeiht alles ausser Genie. Oscar Wilde

Ich fahre lieber von vorne mit Mut und verliere, als dass ich diese Hinterradlutscherei betreibe und irgendwann einen Etappensieg erschleiche. Erik Zabel

 

Es gibt nichts praktischeres als eine gute Theorie. Kurt Lewin

Jeder redet über das Wetter, aber keiner tut was dagegen. Mark Twain

 

Sonderliche Sammlungen:

1. Sunzi

alternative Schreibweisen: Meister Sun, Sun Tzu, Sun Tse, Ssun-ds, chinesischer General und Militärstratege und Filosof um 500 v. Christus. Seine „Kunst des Krieges“ ist die Grundlage vieler Kampagnenstrategien in Wirtschaft und Politik. Er soll einige Kriege vermieden haben.

Der klügste Krieger ist der, der niemals kämpfen muß.

Bestimme ich die Stärken des Feindes, während meine Gestalt nicht wahrnehmbar erscheint, so kann ich meine Stärke konzentrieren, während der Feind unvollständig ist. Der Höhepunkt militärischer Entfaltung findet sich im Formlosen: Weiset keine Form auf und sogar der sinnestiefste Spion suchet Euch vergebens und der Weise kann keine Pläne gegen Euch schmieden.

Chancen multiplizieren sich, wenn man sie ergreift.

Tiefes Wissen heißt, der Störung vor der Störung gewahr sein…

Die Macht ist bösartig und unersättlich – erst stumpft sie uns ab gegen das Leid anderer Menschen und dann macht sie uns süchtig danach, denn nur das Leiden anderer verleiht uns die Gewißheit, das unsere Macht über Sie ungebrochen ist. Im Gegensatz dazu will wahre Autorität nur das Beste für die Mitmenschen; ihr Wirken ist geprägt von Mitgefühl und Gerechtigkeit…

Aufgrund der Unterschiede von Gesellschaft und Morallehre – egal in welchem Kulturraum, ist die Monogamie somit keine gesellschaftliche, sondern eine individuell zu lösende Entscheidung…

Die zehn Grundsätze:
Stell dich dem Kampf!
Führe andere in den Kampf!
Handle umsichtig!
Halte dich an die Tatsachen!
Sei auf das Schlimmste vorbereitet!
Handle rasch und unkompliziert!
Brich die Brücken hinter dir ab!
Sei innovativ!
Sei kooperativ!
Laß dir nicht in die Karten sehen!

Wenn Du Deinen Feind kennst und dich selbst kennst, brauchst du das Ergebnis von 100 Schlachten nicht zu fürchten.

Was den Gegner dazu bewegt sich zu nähern, ist die Aussicht auf Vorteil. Was den Gegner vom Kommen abhält ist die Aussicht auf Schaden.

Furcht ist der Gegner, der einzige Gegner.

Wahrhaft siegt, wer nicht kämpft.

Wenn du nicht stark bist – sei klug.

Die höchste Form der Kriegsführung ist die Zerstörung des Willens seines Feindes, um so allen Angriffen vorzubeugen.

Die größte Verwundbarkeit ist die Unwissenheit.

Der Krieg liebt den Sieg und nicht die Dauer.

Der Krieg ist ein Weg der Täuschung.

Die höchste Form der Kriegsführung ist die Zerstörung des Willens seines Feindes, um so allen Angriffen vorzubeugen.

Auch des Feindes Auge wird mit der Zeit blind.

Wenn dich der Feind hinterrücks lästert, so lobe ihn angesichts.

Wer dir geschickt ins Gesicht schmeichelt, der ist genauso geschickt darin, dich hinter deinem Rücken schlecht zu machen.

Wer mich korrekterweise kritisiert, ist mein Lehrer. Wer mir fälschlich schmeichelt, ist mein Feind.

Man kann wissen, wie man siegt, ohne fähig zu sein, es zu tun.

Wenn du etwas vorhast, tue, als ob du es nicht vorhättest. Wenn du etwas willst, tue, als ob du es nicht benutzen wolltest.

Wenn du einen Feind eingekreist hast, laß ihm einen Fluchtweg.

Der Kern des Staates besteht aus Wut und Gier.

Robert Musil

Fast alle Zitate aus „Mann ohne Eigenschaften“, Einige aus „Die Verwirrungen des Zöglings Törleß“.

Man lügt heute weniger aus Schwäche als aus der Überzeugung, daß ein Mann, der das Leben meistert, lügen können muß.

Ein Genie ist einer, der dort, wo viele vergeblich eine Lösung suchen, diese findet, indem er etwas tut, worauf vor ihm keiner verfallen ist.

Die Welt kann nur durch die Leute verbessert werden, die zu ihr im Widerspruch stehn.

Ein großer Entdecker hat, als man ihn einmal befragte, wie er es anstelle, daß ihm so viel Neues eingefallen sei, darauf geantwortet: indem ich unablässig daran dachte. Und in der Tat, man darf wohl sagen, daß sich die unerwarteten Einfälle durch nichts anderes einstellen, als daß man sie erwartet.

Man macht sich aus einander die Puppen, mit denen man schon in Liebesträumen gespielt hat.

So ließe sich der Möglichkeitssinn geradezu als die Fähigkeit definieren, alles, was ebensogut sein könnte, zu denken und das, was ist, nicht wichtiger zu nehmen, als das, was nicht ist.

Städte lassen sich an ihrem Gang erkennen wie Menschen.
Robert Musil,

Schreiben ist eine besondere Form des Schwätzens.

Urwälder haben etwas höchst Unnatürliches und Entartetes. Die Unnatur, die der Natur zur zweiten Natur geworden ist, fällt in ihnen in Natur zurück. Ein deutscher Wald macht so etwas nicht.

Von den Unglücksvögeln und Glückspilzen abgesehen, leben alle Menschen gleich schlecht, aber sie leben es in verschiedenen Etagen.

Welch ein Leben, das man zeitweilig mit Erholungen durchlöchern muß!

Wer sich selbst nicht auf die rechte Art liebt, kann auch andere nicht lieben. Denn die rechte Liebe zu sich ist auch das natürliche Gutsein zu anderen. Selbstliebe ist also nicht Ichsucht, sondern Gutsein.

Wahrscheinlich verändert sich in den Jahren der Geschlechtsreifung unsere Eigenliebe […]. Denn da wird eine Wiese von Zärtlichkeit, in der man bis dahin gespielt hat, abgemäht, um Futter für einen bestimmten Trieb zu gewinnen.

Weil sie beständiger Fluß sind, lassen sich Gefühle nicht anhalten; sie lassen sich also auch nicht „unter die Lupe“ nehmen; das heißt, je genauer wir sie beobachten, desto weniger wissen wir, was wir fühlen. Die Aufmerksamkeit ist schon eine Veränderung des Gefühls.

So ist Wissen nichts als An-Eignung einer fremden Sache; man tötet, zerreißt und verdaut sie wie ein Tier. Begriff, das reglos gewordene Getötete. Überzeugung, die nicht mehr verantwortliche, erkaltete Beziehung.

Man möchte sich gern über den Fortschritt freuen, wenn er bloß ein Ende hätte. Man möchte gern einen Augenblick anhalten und vom hohen Roß zur Vergangenheit sprechen: Sieh, wo ich bin!

Zusammenhänge nehmen dem Erlebnis die persönliche Giftigkeit oder Süße!

Es gibt auch für Geschäfte trotz allen Wohlergehens eine geheimnisvolle Grenze des Wachstums wie für alles Organische.

Es gibt schlechterdings keinen bedeutenden Gedanken, den die Dummheit nicht anzuwenden verstünde, sie ist allseitig beweglich und kann alle Kleider der Wahrheit anziehen. Die Wahrheit dagegen hat jeweils nur ein Kleid und einen Weg und ist immer im Nachteil.

Es gibt Sünden- und Tugendböcke; außerdem gibt es Schafe, die ihrer bedürfen!

Es gibt Wahrheiten, aber keine Wahrheit.
Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften – II. Aus dem Nachlaß

Es ist nichts so schwer, wie mit einem Menschen in ein Schicksal verflochten zu sein, den man nicht genügend liebt!

Es steckt eine paradoxe Sinnlosigkeit in diesen guten Menschen“ […]. „Sie machen aus einem Zustand eine Forderung, aus einer Gnade eine Norm, aus einem Sein ein Ziel!“

Fast könnte man sagen, unsere bösen Wünsche seien die Schattenseite des Lebens, das wir wirklich führen, und das Leben, das wir wirklich führen, sei die Schattenseite unserer guten Wünsche.

Für einen anderen leben wollen, ist nichts als das Fallissement des Egoismus, der nebenan ein neues Geschäft mit einem Sozius eröffnet.

Ich glaube nicht an den Teufel, aber wenn ich es täte, würde ich ihn mir als den Trainer vorstellen, der den Himmel zu Rekordleistungen hetzt.

Irgendwie geht Ordnung in das Bedürfnis nach Totschlag über.

Jede Ordnung ist irgendwie absurd und wachsfigurenhaft, wenn man sie zu ernst nimmt, jedes Ding ist ein erstarrter Einzelfall seiner Möglichkeiten. Aber das sind nicht Zweifel, sondern es ist eine bewegte, elastische Unbestimmtheit, die sich zu allem fähig fühlt.

Kunst ist Liebe; indem sie liebt, macht sie schön, und es gibt vielleicht auf der ganzen Welt kein anderes Mittel, ein Ding oder Wesen schön zu machen, als es zu lieben.

Kunst ist Liebe; indem sie liebt, macht sie schön, und es gibt vielleicht auf der ganzen Welt kein anderes Mittel, ein Ding oder Wesen schön zu machen, als es zu lieben.

Man hat Wirklichkeit gewonnen und Traum verloren.

Man liebt einen Menschen, weil man ihn kennt; und weil man ihn nicht kennt. Und man erkennt ihn, weil man ihn liebt; und kennt ihn nicht, weil man ihn liebt.
Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften – II. Aus dem Nachlaß

Diese Willensfreiheit ist die Fähigkeit des Menschen, freiwillig zu tun, was er unfreiwillig will.
Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften – II. Aus dem Nachlaß

Eifersucht setzt voraus, daß man aus der Liebe einen Besitz machen will.

Aus irgendeinem imponderablen Grund sind ja die Zeitungen nicht Laboratorien und Versuchsstätten des Geistes, was sie zum allgemeinen Segen sein könnten, sondern gewöhnlich Magazine und Börsen.

Bekanntlich weist man Vorwürfe umso heftiger zurück, je stärker man selbst zwischen Schuld und Unschuld gespannt ist.

Bekanntlich wollen unsere Dichter nicht mehr denken, seit sie von der Philosophie gehört zu haben glauben, daß man Gedanken nicht denken darf, sondern sie leben muß.

Das Unglück ist unser Stehenbleiben beim vorletzten Schritt!

Darin stört uns die Kunst. Von ihr geht nichts aus, was ohne Enthusiasmus bestehen bleiben könnte.

Darum ist es das Lebenserhaltende schlechthin, daß es der Menschheit gelungen ist, anstatt dessen, «wofür es sich wirklich zu leben lohnt», das «dafür»leben zu erfinden, oder, mit anderen Worten, an die Stelle ihres Idealzustandes den ihres Idealismus zu setzen.

Das angeblich voll ausgelebte Leben ist in Wahrheit «ungereimt», es fehlt ihm am Ende, und wahrhaftig am wirklichen Ende, beim Tod, immer etwas.

Das einzige gründliche Kennzeichen unserer Moral ist es, daß sich ihre Gebote widersprechen. Der moralischste von allen Sätzen ist der: die Ausnahme bestätigt die Regel!

Das einzige, was man von einem Menschen wissen soll, ist es, ob er unsere Gedanken fruchtbar macht. Es sollte keine andere Menschenkenntnis geben als diese!

Das Geld gibt dem Menschen Maß. Es ist geordnete Ichsucht. Es ist die großartigste Organisation der Ichsucht, eine schöpferische Großorganisation, aufgebaut auf einer richtigen Baissespekulationsidee!

Das kannst du doch nicht leugnen, daß wir in uns stecken wie die Figuren in einem Steinblock. Man muß sich aus sich herausarbeiten! Man muß sich gegenseitig dazu zwingen!

Das Leben bildet eine Oberfläche, die so tut, als ob sie so sein müßte, wie sie ist, aber unter ihrer Haut treiben und drängen die Dinge.

Das sich unverstanden Fühlen und das die Welt nicht Verstehen begleitet nicht die erste Leidenschaft, sondern ist ihre einzige nicht zufällige Ursache. Und sie selbst ist eine Flucht, auf der das Zuzweiensein nur eine verdoppelte Einsamkeit bedeutet.

Das Sterben ist nur eine Folge unserer Art zu leben.

Das Zeitalter ist unphilosophisch und feig; es hat nicht den Mut zu entscheiden, was wert und was unwert ist, und Demokratie, auf das knappeste ausgedrückt, bedeutet: Tun, was geschieht!

Die Politik holt sich heute nicht die Ziele bei der Kultur, sondern bringt sie mit und teilt sie aus.

Die Sprache der Liebe ist eine Geheimsprache, und in ihrer höchsten Vollendung so schweigsam wie eine Umarmung.

Die Tugenden der Gesellschaft sind Laster für den Heiligen.

Die Wahrheit ist eben kein Kristall, den man in die Tasche stecken kann, sondern eine unendliche Flüssigkeit, in die man hineinfällt.

Auch Gedanken, die Macht gewinnen wollen, hängen sich an Gedanken, die schon Macht haben.

Am Land kommen die Götter noch zu den Menschen, […] man ist jemand und erlebt etwas, aber in der Stadt, wo es tausendmal so viel Erlebnisse gibt, ist man nicht mehr imstande, sie in Beziehung zu sich zu bringen: und so beginnt ja wohl das berüchtigte Abstraktwerden des Lebens.

Alles ist moralisch, nur die Moral nicht.

Alles in der Welt ist Liebe! Liebe ist das sanfte, göttliche, von Asche verdeckte, aber unauslöschliche Wesen der Welt!

Alle großen Gläubigen waren Immoralisten.

Alle Gefühle, alle Leidenschaften der Welt sind ein Nichts gegenüber der ungeheuren, aber völlig unbewußten Anstrengung, welche die Menschheit in jedem Augenblick macht, um ihre Gemütsruhe zu bewahren.

Aber Motivation hat mit Wollen keine Berührung; sie läßt sich nicht nach dem Gegensatz von Zwang und Freiheit einteilen, sie ist tiefster Zwang und höchste Freiheit.

Aber ich glaube vielleicht, daß die Menschen in einiger Zeit einesteils sehr intelligent, andernteils Mystiker sein werden. Vielleicht geschieht es, daß sich unsere Moral bereits heute in diese zwei Bestandteile zerlegt. Ich könnte auch sagen: in Mathematik und Mystik.
Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften – Roman/I. Erstes und zweites Buch

«Wer es aushalten kann, zu warten, der gewinnt immer!», was eine alte Börsenregel ist, die wie alle Wahrheiten der Börse die ewigen Wahrheiten auf das richtigste ergänzt.

«Wahr» und «Falsch», das sind die Ausreden derer, die nie zu einer Entscheidung kommen wollen. Denn die Wahrheit ist ein Ding ohne Ende.

Nie ist das, was man tut, entscheidend, sondern immer erst das, was man danach tut!

Moral ist die Zuordnung jedes Augenblickszustands unseres Lebens zu einem Dauerzustand!

 

   
   
   
   
 

 

   
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

 

 

 

 

 

 

 
   

 

 
 

 

 

 

 

   

 

 

 
 

 

 

 
 

 

 

 

 
 

 

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