Grüne Unna und Dortmund fordern Rückbau des Flughafens

Die GRÜNEN in Dortmund und Unna sind sich einig: Der Dortmunder Flughafen ist auf Dauer nicht tragbar. Bei einem stadtübergreifenden Treffen haben sich die GRÜNEN mit den Vertreter*innen der Schutzgemeinschaft gegen Fluglärm über die Auswirkungen des Flughafens für die jeweiligen Kommunen ausgetauscht. Während für Unna die Lärmproblematik im Vordergrund steht, wird Dortmund darüber hinaus durch den dauernden Verlustausgleich belastet. Seit dem Ausbau im Jahr 2000 haben die Dortmunder Stadtwerke rund 350 Millionen Euro in den Flughafen pumpen müssen. Geld, das der DSW21 vor allem für den notwendigen Ausbau des ÖPNV in Dortmund fehlt. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Luftbelastung durch den motorisierten Individualverkehr ist das nach Ansicht der GRÜNEN nicht weiter hinnehmbar.

2018_02_26_Pressemitteilung_Rueckbau_Dortmunder_Flughafen

Ingrid Reuter, Sprecherin der GRÜNEN Ratsfraktion: „Während der Flughafen immer wieder mit viel Geld aus der Kasse der Stadtwerke versorgt wird, müssen bei der DSW die ,strukturellen Einsparungen‘ weiter verschärft werden, was vor allem Auswirkungen auf das Personal und die ÖPNV-Verbindungen hat. Die Zeit ist überfällig, endlich die Reißleine zu ziehen. Dieser Flughafen ist weder ökologisch, noch wirtschaftlich vertretbar. Jeder der rund zwei Millionen Fluggäste pro Jahr wird durch die Stadtwerke mit umgerechnet 7,80 Euro subventioniert. Im Vergleich dazu: Der von rund 134 Millionen Dortmunder*innen genutzte Bus- und Bahnverkehr kostet die Stadtwerke 0,38 Cent pro Fahrt zusätzlich. 15 Millionen Euro Defizit (2016) sind 15 Millionen zu viel. Sie werden letztendlich von den Kund*innen der Stadtwerke bezahlt und fehlen an anderen Stellen – zum Beispiel beim qualitativen Ausbau von Stadtbahn, Bus und H-Bahn. Die immer wieder investierten Gelder und die Managementleistungen der Geschäftsführung sollten besser für den geordneten Rückbau des Flughafens und für eine kreative Nachnutzung des Geländes aufgewandt werden – auch zum Wohle der Stadtwerke und der lärmgeplagten Anwohner*innen.“

Doch der Flughafen ist nicht nur ein Millionengrab für die Dortmunder*innen. In Unna führt die Lärmbelastung auf den angrenzenden Flächen dazu, dass diese für die dringend benötigte Wohnbebauung nicht nutzbar sind. Die jetzt geplante Ansiedlung einer Realschule in unmittelbarer Nähe zur sogenannten Lärmschutzzone ist aus GRÜNER Sicht ebenfalls nicht zu verantworten.

Charlotte Kunert, Fraktionsvorsitzende der Grünen in Unna: „Weite Teile in Massen erleben einen Wertverlust, verursacht durch das Anlanden immer größer werdender Flugzeuge. Jetzt sollen Kinder innerhalb der Einflugschneise unterrichtet werden, obwohl eine Wohnbebauung für die großen Parteien vor kurzem noch nicht in Frage kam – wegen des Fluglärms.“

Der Flughafen hat weiterhin gravierende Schwachstellen. Neue Fluglinien konnten nicht geworben werden und die Flugziele sind nicht die attraktivsten. Und über allem schwebt noch immer die Unsicherheit, ob Brüssel an die Wirkung der vorgelegten Wirtschaftspläne glaubt. Denn nur dann bleibt ihm eine Rückzahlung nicht erlaubter Subventionen in Millionenhöhe erspart.

Ingrid Reuter: „Auch die neue Einstufung des Flughafens im Landesentwicklungsplan wird den Flughafen auf Dauer nicht retten. Die Bedeutung des Flughafens ist weit weniger groß als von den Befürworter*innen immer ins Feld geführt wird. Die Konkurrenz unter den eng beieinanderliegenden Regionalflughäfen, die alle dauerhaft Defizite verzeichnen, ist groß. Zumal in unmittelbarer Nähe mit Düsseldorf und Köln auch noch zwei internationale Flughäfen zur Verfügung stehen. Gesamtgesellschaftlich kann es aus Sicht der GRÜNEN kein Ziel sein, den Flugverkehr weiter auszuweiten – weder in Dortmund noch sonst wo. Denn das führt zu noch mehr Fluglärm und heizt den Klimawandel weiter an. Die Konsequenz aus alledem kann deshalb nur sein, die Ausbaufantasien des Flughafens endgültig zu den Akten zu legen und sich stattdessen langfristig von einem Millionengrab zu verabschieden.“

 

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