Schwere Schäden durch Klimawandel – Orkan Friederike trifft Unna hart

Die letzten Sperrungen in Kurpark und Bornekamp sind mittlerweile aufgehoben – die Vögel singen wieder, es ist Frühling und doch ist nichts mehr so wie vor dem 18. Januar dieses Jahres, dem Tag, an dem der Orkan Friederike mit bis zu 140km/h durch Unna wütete und eine Spur der Verwüstung hinterließ.

Im Kurpark fehlen seither etliche alte und imposante Bäume, viele von ihnen hat der schwere Orkan mitsamt der Wurzel aus dem aufgeweichten Boden gedreht, andere sind gebrochen und wieder anderen sah man die fatalen Schäden auf den ersten Blick nicht an – gefällt werden mussten sie dennoch denn große Risse im Erdreich verrieten den Experten den Abriss von wichtigen Haltewurzeln im Untergrund.

Die intensiven Aufräumarbeiten dauerten fast zwei Monate und viele Menschen waren entsetzt und traurig über die Vielzahl an Bäumen, die gefällt wurden. So kam schnell der Verdacht auf, die Stadt nutze diese Gelegenheit um sich von Bäumen zu trennen.

In den letzten beiden Sitzungen am 13.2. und 24.4. befasste sich der städtische Umweltausschuss intensiv mit den Folgen des Orkans und auch dem Verdacht der übermäßigen Fällungen wurde nachgegangen. Herr Calovini von den Stadtbetrieben Unna, zuständig für den stadteigenen Baumbestand, konnte den Eindruck widerlegen indem er minutiös die einzelnen Schritte darstellte, wie die Fällung von sturmgeschädigten Bäumen beauftragt wird. So haben die beauftragten Unternehmer nie freie Hand, sondern jeder einzelne Baum muss zuvor durch ihn oder seine Mitarbeiter beurteilt, markiert und taxiert werden. Zusätzliche Fällungen seien allein aufgrund der Arbeitsüberlastung, überall fanden gleichzeitig auch Aufräumarbeiten statt, nicht sinnvoll gewesen.

Orkan Friederike wird nicht der letzte Sturm sein dieser Art sein. Denn das die verheerenden Stürme stärker werden und häufiger eintreten zeigt die Erfahrung der letzten Jahrzehnte. Der Klimawandel geschieht und wir müssen mit den Folgen umgehen bzw. die richtigen Konsequenzen ziehen.

Welche das für den Kurpark sind müssen wir in intensiven Gesprächen um ein Konzept erarbeiten. Als Sofortmaßnahme haben die Grünen zunächst Nisthöhlen aufgehängt damit die durch Fällungen verlorengegangenen Höhlen zumindest teilweise kompensiert werden und so die Vögel jetzt nisten und brüten können.

Um den stetigen Rückgang von privaten und städtischen Bäumen in Unna aufzuhalten plädieren wir Grüne für die Wiederinkraftsetzung der Baumschutzsatzung und für einen städtischen Baumpflanzaktionsplan, der die kostenlose Abgabe von Bürger-Bäumen beinhaltet.

Darüberhinaus müssen alle Anstrengungen der Stadt zur Reduzierung klimaschädlicher Einflüsse weiter forciert werden.

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