Grüne begeistert von Schwerter Ökosiedlung

Kann eine Wohnsiedlung ohne Autoverkehr funktionieren? Vieles spricht dagegen, hat man sich doch mittlerweile daran gewöhnt, die Einkäufe bequem bis vor die Haustür fahren zu können, wo meist mindestens 2 Stellplätze auf die schweren Gefährte warten. Dass diese Situation zwar denkbar praktisch ist, jedoch weit weg von einer zukunftsweisenden Lösung unseres viel zu hohen Individualverkehraufkommens ist, leuchtet ein, doch es scheint keine Alternativen zu geben. Wie es geht, zeigt die Ökosiedlung in Schwerte. Ein Quartier aus über 70 Häusern, gelegen im schönen Grün, verzichtet auf Stellplätze direkt am Haus. Die Folge davon: Zierliche Vorgärten, liebevoll gestaltete Straßenzüge, die ohne versiegelte Flächen vor der Tür auskommen.

Die Grünen haben sich am Sonntag im Zuge des Stadtradelns selbst auf den Weg gemacht um sich von der Machbarkeit zu überzeugen. Es ist angenehm ruhig in der Siedlung, Vögel zwitschern und die Menschen wirken entspannt. Die Gespräche mit Anwohnern zeigen: Hier sind nicht nur Vollblutökos unterwegs, sondern vor allem auch Menschen, die einfach die Ruhe genießen wollen und ohne lärmende Autos auskommen möchten. Vorwiegend Niedrigenergiehäuser wurden hier gebaut, die Stadt machte es zur Auflage, Dachbegrünung auf den Pultdächern anzulegen, eine ökologisch sinnvolle Maßnahme die gut in diese Siedlung passt. Auch wurde darauf geachtet, dass die Häuser nicht zu dicht stehen, man soll sich nicht eingeengt fühlen und entsprechend große Freischneisen sorgen für viel Natur und ermöglichen klimatisches Durchatmen.

In der Schwerter Siedlung ist nur das Be- und Entladen direkt vor dem Haus erlaubt, geparkt wird vor der Siedlung auf entsprechenden Stellplätzen. Für die Grünen ein realistischer Kompromiss, muss man sich doch eingestehen, dass es einfach Menschen gibt, die aufgrund fehlender Infrastruktur noch nicht auf das Auto verzichten können. Solange der Ausbau von ÖPNV derart schleppend vorangeht, kann man nicht von der Hand weisen, dass Autostellflächen auch in Ökosiedlungen bislang noch nötig sind. Nur müssen die Autos nicht direkt in der Siedlung stehen,  dort soll genug Platz zum Spielen und schlendern sein. Regelmäßig werden große Feste in der Siedlungsmitte gefeiert, kaum vorstellbar wäre diese Situation, würde alle 2 Minuten ein Auto passieren und die Menschen aufscheuchen. Die Siedlung ebnet auf einfachem Wege eine soziale Ebene unter Nachbarn, die sonst vielleicht nicht zustande gekommen wäre.

Was ist das Fazit unserer Fahrradtour? Viele der Mitfahrenden äußerten den Wunsch, auch gerne in so einer Siedlung zu wohnen. Leider gibt es etwas vergleichbares nicht in Unna. Daher haben die Grünen einen Antrag gestellt, dass bei zukünftigen Baugebieten geprüft wird, ob alternative Wohnformen möglich sind. So können wir etwas für die Zukunft und die Umwelt gleichermaßen tun – mit noch mehr Vorteilen für die Menschen die dort leben.

 

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