Grün ist die Hoffnung – nach dem Neujahrsempfang noch hoffnungsvoller

Mit 173 Besucher*innen war der Grüne Neujahrsempfang der bisher bestbesuchte. Und das, obwohl der Grüne Sympathie-Verteiler aus Datenschutzgesetzestreue weitgehend gelöscht wurde. Die Neugierde auf Grün war groß, erfreulicherweise auch bei den Besinnlichen in Unnas GroKo-Parteien und der Verwaltung, aber vor allem in vielen Initiativen unserer Stadt.

Gudrun Bürhaus, Unnas Grüne Sprecherin, schlug in ihrer launigen Begrüßungsrede  den Bogen von der Grünen Enttäuschung, dass Ihre Klimakatastrophenprognosen durch die Wirklichkeit dramatsich übertroffen würden, bis zur Herausforderung der Politik Medienmündigkeit zu erreichen, zu praktizieren und im Bildungssystem zu verankern. „Der letzte Döspaddel kann den größten Quatsch tausendfach verbreiten, das Netz intelligent zu nutzen und die Informationen qualifiziert einzuordnen, kann sehr anspruchsvoll sein.

Charlottes Kunerts Rede wünschte mehr Mut gegen die phantasielose GroKo-Politik und Parteibuch-Pöstchen-Besetzerei. Angesichts verfahrener Projekte wie Bremme Mühle, Kreishauskreisel, kleinmütige Schulplanung am Hertinger Tor und in der Einflugschneise… rief die Grüne Fraktionsvorsitzende zu verstärkter Bürgerbeteiligung „für das bunte, offene, liebens- und lebenswerte Unna“ auf.

In ihrer Tandem-Rede rockten die Grüne-Jugend-Sprecherinnen „total motiviert“ den Saal. Neugründungsmotorin Sarah-Lee Heinrich übergab charmant, gewitzt und gerührt die Sprecherinnenrolle an „unglaublich starkejunge Frau“ Eva-Lotta Vogt. „Gemeinsam haben wir mit Aktivist*innen der ganzen Welt für den Erhalt des Hambacher Waldes gekämoft. Und zwar mit Erfolg, denn: HAMBI BLEIBT!“. Die Grüne Jugend, in zwei Jahren von 5 auf 25 Mitwirkende gewachsen, arbeitet aktuell Feminsmus auf. Danach steht Wirtschaft und Umwelt an. Und natürlich ab sofort Europawahlkampf. „Für ein Europa, in dem der Mensch im mittelpunkt steht, und nicht die Nationalität. Ein Europa, in dem wir nachhaltigkeit vor Gewinnmaximierung setzen. Ein Europa, in der die Utopie einer Welt ohne Grenzen im kleinen Wirklichkeit werden kann!“ Und mit einem optimistischen Schluß: „Unterschätzt die Jugend nicht, wir werden große Dinge bewegen!“ Bei der strahlenden Aura der beiden applaudierten die Alten im Schalander besonders angesteckt.

Die erste der traditionellen Ehrungen im Geiste des Zauberers von Oz ging an das Hebammen-Team des Geburtshauses.  In ihrer Würdigung schilderte Uta Steinmaus vom Grünen Vorstand die unmöglichen Rahmenbedingungen für Hebammen in Deutschland. „Hier in Unna haben wir es vergleichsweise gut. hier haben 2004 Ulla Kayser und Christine Falk das Geburtshaus in der Wasserstraße gegründet. Es bietet Frauen und ihren Partnern individuelle Begleitung vor, Während und nach der Geburt“. „In jedem Anfang liegt ein Zauber inne…“ mit der anmutigen Zeile aus dem Rilke-Gedicht Stufen begann Uta Steinmaus ihre Rede. Und es hatte etwas Zauberhaftes, dass die  Vorrednerin Eva-Lotta im Geburtshaus ihre erste Lebensstufe betrat. Und am Rande kam dann auch noch raus, dass die ersten Zusammenkünfte der Hebammen in den frühen 90ern im SpontUN stattfanden (damals in der Gesellschaftsstraße gelegen).

Zum Abschluß gab es ein Lobessummen von Vorstandsfrau Patricia Morgenthal auf die Honigdiebe-AG der Peter-Weiß-Gesamtschule. Seit 1986 arbeitet die AG. Sie war die Grundlage für den Schulgarten mit Hochbeeten und Gewächshäusern und allerlei Getier, der jetzt statt geplanter Bebauung das Schul- und Stadtleben bereichert. Schön ist es zu erleben, dass Katrin Fahrenhorst jetzt als Lehrerin die Arbeit ihres Vaters (zufällig wurde Mutter Jenny schonmal für den Schulgarten grün geehrt) weiterführt, wobei der Alte natürlich nicht vom Honig lassen kann. Aus den Generationen von Bienenbetreuer*innen sind nicht alle imker geworden, aber „es geht darum, Zusammenhänge in unserer Umwelt zu verstehen – und die zeigen uns die Bienen sehr deutlich.“ Dr. Fahrenhorst in seiner aufgerührten und anrührenden Dankesrede. Patricia Morgenthal hatte auf den Bestseller „Die Geschichte der Bienen“ verwiesen, in dem realistisch aufgezeit wurde, wie eine Welt ohne Bienen aussähe. Für ein langes und fröhliches Brummen in Unna verteilten Schüler*innen der Honigdiebe 150 Tüten westfalentypischen Bienenwiesensamen an das Publikum, „damit wir uns diebisch auf die Produktion der nächsten Honigdiebe-Generationen freuen können.“ (Patricia Morgenthal)

100 Jahre nachdem auch Unnas Frauen erstmals wählen durften und wählten, öffneten sechs dynamische Frauenreden den Raum für hoffnungsfrohe Gespräche über zukünftige Politikprojekte in Unna, Europa und der Welt. Bei aller Freude über die vielen ehrenamtlichen und auch professionellen Initiativen in Unna, hoffen die noch nur 67 Grünen auf Mitinstandsetzer*innen der freundlichen Zukunft!“ Übrigens wurde Unna auf jeden Fall bunter. 100 Regenbogen-Schnürriemen gingen unter`s Publikum. Sie sind Reste der Vielfalts-Kampagne von Terry Reinke. Die Grüne Europa-Abeordnete, erfand sie für die Fußball-WM in Russland. Putin hatte schwul-lesbische Aktion brachial verboten – aber traute sich dann nicht, den tausenden an die Socken zu gehen, die mit den bunten Schnürriemen Farbe zeigten! Unna ist lange und offen bunt, da dürfen wir unsere Farbenfreude einfach aus Spaß offen tragen!

 

 
     
     
     

 

 

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