Beitrag zur OGS Debatte im Schulausschuss

Vielleicht erinnern Sie sich ja daran: Letztes Jahr haben die OGSen der Stadt Unna–Eltern, Kinder und Angestellte–auf dem Marktplatz demonstriert, und zwar für die Kampagne Offener Ganztag–gute OGS darf keine Glückssache sein.  Im Dezember konnten wir dem Ministerium für Schule und Bildung 55.800 Unterschriften überreichen.

In diesem Jahr hat das Land NRW darauf reagiert und zum 01.02.2019 die Fördersätze für die OGS um 14% erhöht.  Mit diesen Geldern soll sichergestellt werden, dass die OGSen hochwertige pädagogische Arbeit leisten können und dass qualifiziertes Personal beschäftigt werden kann.  Denn wenn es darum geht, Familie und Beruf zu vereinbaren, hat die OGS eine wichtige Schlüsselrolle inne.

Viel Städte geben diese Gelder eins zu eins an die Träger weiter, z.B. die Stadt Dortmund.  Die Verwaltung der Stadt Unna möchte das nicht tun.  Hier kommt von diesem Geld kein Cent bei den Trägern an.  Dafür sollen die Elternbeiträge nicht erhöht werden–nächstes Jahr sind schließlich Wahlen. Unterm Strich bedeutet das aber Folgendes: Wenn die Elternbeiträge gleich bleiben, das Land aber mehr beisteuert, sinkt sogar der Anteil, den die Stadt zahlt.  Das finde ich unglaublich.  Die Stadt Unna macht den Eltern ein Wahlgeschenk auf Kosten der Kinder.

Ein Argument von Seiten der Stadt ist, dass Unna ja schon mehr als den Mindestanteil bezahle.  Dieser Anteil beträgt 460,- Euro. In der Tat liegt der kommunale Zuschuss der Stadt Unna bei 883,- Euro.  Allerdings ist das leider nur etwa die Hälfte des Landesdurchschnitts–der liegt nämlich bei 1600,- Euro.  Das ist also nichts, womit man sich brüsten sollte.

Ich arbeite seit 2005 in der OGS.  Ich bin qualifiziert.  Nach 13,5 Jahren bekomme ich einen Stundenlohn von 13,- Euro.  Und das für eine anspruchsvolle und oft anstrengende Arbeit.  Wenn ich alleinstehend wäre, wäre ich auf dem direkten Weg in die Altersarmut.  Bei vielen meiner Kolleginnen sieht das tatsächlich so aus.

Viele fragen sich, wie lange sie sich das noch leisten können, für so ein niedriges Gehalt zu arbeiten und denken über einen Jobwechsel nach.  Gute pädagogische Arbeit gibt es eben nicht geschenkt.  Wer Fachpersonal behalten will, muss auch entsprechende Gehälter zahlen.  Wenn geknausert wird, wie hier in Unna, wird sich das auf Dauer bei der Qualität bemerkbar machen.

Selbst die (schwarz-gelbe) Landesregierung hat das eingesehen.  Ausgerechnet die SPD in Unna hinkt hier noch hinterher.  Ich muss sagen, dass ich das sehr schade finde.

Uta Steinmaus (sachkundige Bürgerin im Schulausschuss)

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