Warum die Grünen nicht für den Erhalt der Eishalle sind

 

Überaltert & Überdimensioniert

Die Halle ist über 40 Jahre und hat seine Nutzungsdauer bereits überschritten. Die Geräte, die verbaut sind, laufen deutlich länger als ursprünglich angenommen. Man kann also von Glück reden, dass z.B. die NH3-Maschine so lange lief. Dasselbe betrifft den Brandschutz, die Dachkonstruktion, Toilettenanlagen, Bistrobereich, Starkstromanlagen, Lüftungs- und Heizungsanlage. Diese Mängel sind nicht menschengemacht oder mutwillig durch absichtlichen Wartungsstau verursacht, die Gerätschaften haben einfach ihre Lebenszeit überschritten, was in verschiedenen Sportausschusssitzungen auch immer betont wurde. Eine umfassende Sanierung ist nach so langer Zeit üblich. Eine Tribüne mit 3500 Zuschauerplätzen ist deutlich zu groß, erhöht Kosten und Wartungsaufwand. Der Rückbau kostet auch Geld.

Kein schlüssiges Betreiberkonzept

Die Initiative Unna.braucht.EIS konnte uns von ihrem Konzept nicht überzeugen. Nicht nur die auch im Rat mehrfach diskutierte fragwürdige Personalpolitik, wo Kantinen- oder Hallenleiter*Innen auch gleichzeitig andere Aufgaben erfüllen; auch die Gehälter sind sehr niedrig angesetzt Dazu kommt die von der Verwaltung und Rat abgelehnte finanzielle Beteiligung & Verantwortung durch die Stadt Unna. Sollte der Verein bzw. die Bürgerinitiative das Interesse zum Weiterbetrieb verlieren, haftet die Stadt. Eine Garantie, dass die Initiative die Verantwortung für mehrere
Dekaden Betrieb übernimmt gibt es nicht. Insbesondere die kürzlich geäußerten Aussagen der Bürgerinitiative, wo wir ehrenamtlich arbeitenden Ratsmitglieder mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert werden, bringen erheblichen Zweifel auf, dass hier eine Zusammenarbeit mit der gebotenen Sachlichkeit über einen langen Zeitraum möglich ist.

Förderung der Jugend besteht weiterhin
Die 85.000 € jährliche Förderung für eissporttreibende Vereine besteht weiterhin. Diese trainieren jetzt in Bergkamen und sind laut eigener Aussage auch recht zufrieden dort.

Finanzielles Risiko ist zu hoch
Ratsmitglieder können sich nicht an der Schätzung der Initiative orientieren, sondern sind gebunden an das Gutachten, das die Verwaltung beauftragt hat. Hier ist die Rede von über 8 Millionen Euro nach jetzigem Stand. In Kombination mit der anhaltenden baukonjunkturellen Hochphase und bislang nicht absehbar noch evtl. entstehenden Zusatzmängeln, könnte uns dieses Projekt um die 10 Millionen Euro kosten. Geld, was entweder durch weitere Steuererhöhung eingeholt werden muss oder durch das Streichen anderer Projekte z.B. die neu geplanten Schulen. Ein konkreter Vergleich der beiden vorliegenden Schätzungen ist auch deshalb nicht möglich, da uns die konkrete Einsicht der Kostenvoranschläge durch die Bürgerinitiative verwehrt wurde. Unsere Fraktion sieht sich somit gehalten, das von der WBU beauftragte Gutachten als Grundlage ihrer Entscheidung zu nehmen.

Genügend Standorte im Umkreis
Es gibt (gemessen für einen Nischensport) zahlreiche Alternativen in der Umgegend. Dortmund, Iserlohn, Hamm und Bergkamen haben eine Eishalle.

Ökologischer Faktor
Der Betrieb einer Eishalle verbraucht viel Energie und hat im Vergleich dazu nur einen geringen Nutzwert und birgt indes noch Gefahren, weil mit Gefahrenstoffen gearbeitet wird.

 

Fraktion B90 / Die Grünen im Rat der Kreisstadt Unna

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