Allgemein

Alles was nirgendswo anders reinpasst

Hermann Strahl wird siebzig Jahre

Der Dichter Friedrich Rückert schrieb zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein Gedicht, mit dem er seine vier Wünsche ausdrückte.  Der erste Wunsch lautet:

Möcht‘ ich doch der Felsen sein,

Tief im Grunde das Urgestein,

Hoch im Himmel das Angesicht,

Ewig stehen und wanken nicht.

 

Es ist nicht schwer zu raten, warum ich zu Hermann Strahls 70. Geburtstag diese Zeilen gewählt habe, sehr zum Missbehagen seiner Frau, fürchte ich, denn der ist das Wort „Urgestein“ ein Graus. Doch hier begegnet es uns auf sympathisch-unverfängliche Weise – es tritt ganz losgelöst vom Adjektiv  „grünes“ auf.  Weit weg ist die Parteipolitik, für die unser Jubilar in Unna so unzweifelhaft steht – „grünes Urgestein“,  das verbaut war und ist in allerlei Ämtern, Leidenschaften, Aktivitäten und Funktionen: Schlaganfallprojekt, Mitbegründer der GAL, Initiator des Drahteselmarktes, Ratsmitglied, Bürgermeisterkandidat, Vorstandsmitglied, Vater des grünen Boulens, ADFC, Forum Generationen, Böll-Stiftung und und und – das alles interessiert hier nicht vordringlich.

Friedrich Rückert meint das Urgestein im existiziellen Sinn, fest wurzelnd wie eine gründeutsche Eiche im Walde. Dass sich an ihr, der Eiche, die im Urgestein wurzelt, manches Tierchen und Menschlein reibt, dessen kann sich Unna auch in Zukunft sicher sein. Die Eiche wäre nicht Hermann Strahl, wenn sie nicht auch etwas Ausladendes, Einnehmendes hätte, nur, um unter ihr müßig zu ruhen, dazu ist sie nicht da. Hermann Strahl will von seinen Ursteinen immer wieder welche lösen, wirft sie anderen zu und sein Gegenüber muss sie schnappen, ob es will oder nicht!

Nun wird er siebzig, ist schon Opa und häufiger als früher mal weg von Unna, dem aber dann doch ohne Urgestein etwas fehlt.

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Terry Reintke überzeugt mit frischem Wind in der Europapolitik

Terry Reintke, Mitglied des europäischen Parlaments war am Freitag mal wieder im Ruhrgebiet unterwegs und hatte so die Gelegenheit, den Unnaer Grünen einen Besuch abzustatten. Die gebürtige Gelsenkirchnerin sitzt für die Grünen unter anderem im Ausschuss für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten (EMPL) sowie im Ausschuss für regionale Entwicklung (REGI). Für viele ist die in Brüssel gemachte Politik nicht direkt greifbar und gedanklich nur mit Regularien zur Krümmung der Gurke behaftet. Dass diese Annahme nicht im Ansatz stimmt, davon konnte Terry am Freitag überzeugen. Über den Brexit berichtete sie, dass in den Verhandlungen zwischen EU-Kommission, Britischer Regierung, dem Europäischen Rat & Parlament einige Fragen zu klären sind, deren Beantwortung schwieriger sein dürfte, als man sich zunächst vorgestellt hat. Die Grenzfrage zwischen Nordirland und Irland muss gelöst werden, eine (faire) finanzielle Abwicklung ist mittlerweile zu mindestens in Aussicht. Doch viele weitere Dinge sind ungeklärt. Wie soll der Zugang zum Binnenmarkt gestaltet werden, welche bestehenden Regulierungen sollen weiter Bestand haben? 

Angesichts dieser unklaren Situation betont Terry Reintke, dass sie bei einem erneuten Referendum davon ausgehen würde, dass die Bürger*innen nicht mehr für einen Brexit stimmen würden. „Die Brexitbefürworter haben eine sachliche Debatte emotionalisiert“ erklärt Terry und pocht darauf, dass es möglicherweise ein zweites Referendum geben mag.  Ein Thema was Terry ganz besonders am Herzen lag, war Ihre Überzeugung, dass Europa nicht nur eine Handelsunion ist, sondern vor allem eine Wertegemeinschaft, deren Bedeutung unermesslich wichtig ist. Die EU stellt für sie nicht nur vereinfachtes Handeln zwischen Ländern dar, auch Errungenschaften wie das freie Reisen und das Streben nach einem guten Leben für alle Menschen dieses Bündnisses sind Dinge, die die EU wiederspiegeln.

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Schikowski bringt Böll neu nahe

Michael Schikowski fesselte die Zuhörer im gut-gefüllten SpontUN  bei seiner Entdeckungsreise vom späten bis zum frühen Heinrich Böll. Der sich den Trends und dem Hochliteratentum verweigernde Literatur-Nobelpreisträger beschrieb nicht nur er mischte sich engagiert und einfühlsam ein.

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Sägensreiche Bürgerbeteiligung

Alle Jahre wieder startet Unnas Grün ins Neue Jahr beim Tag der Weide. Bürgerbeteiligung im Grünen mit Spaten und Säge schafft Hoffnung. Die halbe Grüne Ratsfraktion legte Hand und Herz an, Vorstand und Basis natürlich auch. Danke an Heimatverein und Nabu und auch an den ADFC, der zum 20. Mal artgerechtes Anradeln ermöglichte. Am 18. Januar gründet sich die Grüne Umwelt-AG wieder, die übers Jahr weiter Unna begrünen und zum Erblühen bringen will und wird!.

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und dies habt zum Zeichen…

Unnas Grün wünscht allen Lebewesen erfülltes Leben. Nach einigen Erholwohltagen starten wir gemeinsam mit vielen beim Tag der Weide ins Neue Jahr. Die Bürgerbeteiligung mit Spaten und Säge tut nicht nur Bienen gut! Grün freut sich auf viel zusammentUN 2018ff.

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Straßennamen und Erinnerungskultur  – Wen interessiert’s? Was tun?

In einem Sketch von Heinz Erhardt spricht der Komiker über „Ludwig Uhland, dem Erfinder der gleichnamigen Straße“ . Damit trifft er den Nagel auf den Kopf:  Wer macht sich schon viel Gedanken über den Namen der Straße, in der er lebt, über die sie täglich geht? In Unna erzählte mir kürzlich jemand von der „Freilichgradstraße“ – und meinte damit freilich Ferdinand Freiligrath, der dichterische Unterstützer der Revolution von 1848.

So ist es nicht verwunderlich, wenn  der von Bürgermeister Kolter einberufene Arbeitskreis Straßennamen, der die Benennung der Wagenfeld- und Lerschstraßen untersuchen soll, nur auf ein geringes öffentliches Interesse stößt.  Es sollte erörtert werden, warum wir überhaupt Straßen nach Personen oder Ereignissen benennen und warum es dann z. T. auch solche  waren, die sich wie Karl Wagenfeld und Heinrich Lersch aktiv für den Nationalsozialismus engagiert haben.  Warum in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg? Zu einer Zeit also, in der man einerseits mehr historische Sensibilität hätte erwarten können, die anderseits aber auch geprägt war von den alten braunen Kadern. Der Arbeitskreis hat zur Klärung dieser Fragen mehrere Wissenschaftler angehört.

Festzuhalten ist, dass die Benennung einer Straße nach einer Person oder einem Ereignis immer von Ehrerbietung zeugt und nie nur informieren will. Es gibt schlichtweg keine „Hitlerstraße“ mehr. Doch nicht immer haben wir es mit weltbekannten und eindeutigen Bösewichten zu tun.

Heinrich Lersch ( 1889-1936) war ein Kesselschmied, der sich in den ersten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts als Arbeiterdichter einen Namen gemacht hat, dessen Herkunft also eher zur politischen Linken passt. Lersch zog als Soldat in den Ersten Weltkrieg.

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SpontUN gerädert

Der Hellweger beschrieb die Grüne Not, dass nach 224 Radausgaben an Flüchtlinge die Spendenräder ausgegangen waren und gut 50 Räder wurden gespendet. Jetzt sind 2.-Sitzungsraum und Garage voll gerädert. Das kleine Schraub-Team würde sich über helfende Hände und Herzen freuen!

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