Grüne Lesetipps

Literatur über und um grüne Themen werden von uns rezensiert

Buchrezension: Die Wurzeln des Lebens von Richard Powers

Wenn ich auf dem Rückseite des Buches lese „Der aufregendste Roman, den Sie je über Bäume lesen werden.“ (Ron Charles, The Washington Post), denke ich mir: Ach ja, Werbung ist eben auch ein hartes Geschäft mit viel Geschwätz. Wenn auf dem gleichen Buch auch der Autor Richard Powers steht, denke ich mir: Lies es dennoch! Powers ist klug, wenn nicht einer der klügsten amerikanischen Romanschriftsteller und was kann er für das Marketing – vielleicht ist dieser Roman ja doch wieder sehr interessant.

Ich beginne also zu lesen und im ersten Teil werden acht Personen, Personengruppen eingeführt (deren Lebensgeschichten und -wege dann im weiteren Verlauf des Romans durchgeführt werden) … schon nach wenigen Seiten macht es Klick und ich stehe wieder einmal fassungs- und wortlos vor einem Roman von Richard Powers und frage mich wie er es schafft, auf nur wenigen Seiten ein Leben, eine Person eine ganze Welt aufscheinen zu lassen, eben mit Leben zu füllen. Das ist perfekte Erzählliteratur, die den goldenen Mittelweg zwischen klugem Aufbau und emotionaler Ausgestaltung findet. Was diese einzelnen Geschichten, die mehr oder weniger durch das 20.Jahrhundert und die ganze USA verteilt sind (mit Schwerpunkt auf den 90er Jahren, den Timber Wars in Kalifornien ), von Anfang an zusammenhält, sind aber nicht die Menschen, die Hauptfiguren, sondern es sind die Bäume, die einen Hintergrund zu bilden scheinen, Bäume, die diesen Menschen auf die unterschiedlichsten Arten und Weisen zustoßen. Und genau um Bäume geht es in diesem Roman, beziehungsweise um Wälder und wie unser menschliches Leben damit zusammenhängt.

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Fleischfabrik Deutschland

Toni Hofreiter interveniert

Beim ersten Anblick des Buches dachte ich: schon wieder so ein Schinken (!), der einem das Fleischessen madig machen will. Knallrot und übersät mit Silhouetten von Schweinen, Rindern und Geflügel. Etwas altklug prangt auch der Doktortitel auf dem Cover.  Doch je weiter ich mich hineinlese, desto stärker wird mein Interesse.

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Ermunternde Zumutung

Robert Habeck bewirbt hoffnungsfrohe, demütige Einmischung

Ein Mann tanzt seinen Weg?! Robert Habeck schreibt ach so schön an- und aufrührend gegen das herrschende Gejammere in und gegen den Politikbetrieb. Mit seinem Lebensweg nimmt er die Leser*innen mit in politische Entscheidungspflichten, in denen er oft auch Kür-Chancen entdeckt. Pragmatismus und Visionen sind für ihn kein Widerspruch sondern ein schöpferisches Spannungsfeld.

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