Mitwirken im Vorstand

Im Bewußtsein von Mitgliedern und Öffentlichkeit spielt der Vorstand einer Partei deutlich unbeachtete Rollen als die Fraktion. ABER er kann das Parteileben prägen – ob Aufstellen der Liste und der/des Bürgermeisterkandidatin/en zu den nächsten Kommalwahlen 2020 oder von Mitmachmöglichkeiten für Basis und Umfeld.

Gut ist, wenn das Vorstandsteam aus verschiedenen Talenten besteht,  die ihre vielschichtigen Fähigkeiten schätzen. Fairbindliche Arbeitsteilung ist möglich, die zumindest bei monatlichen Sitzungen zusammengeführt wird. Zusammen mit Fraktion, Geschäftsführer*innen und Basis ist viel freudvoll machbar. Drei Stunden pro Woche sollte an Mindestzeit eingeplant werden.  Es darf gern auch mehr sein.

Es folgen arbeitsteilige Gedanken, die der auslaufende Vorstand sich zu Beginn seiner Arbeit gemacht hat. Leider wurden sie ab und an fairgessen:

Vorstand als Teamspiel

Jeder für sich – alle vereint

Aufstellungsvorschlag Grün-Unna

Alle Positionen sollten mittelfristig federführend benannt sein, auch damit alle anderen Vorstandsmitglieder und Mitglieder besser mitmischen können. Wir haben klare Ansprechpartner*in und Entscheider*in für Vorschläge, Probleme und Fragen im Verantwortungsbereich auch für die Strategie-, bzw. Lösungssuche:

A. SPRECHERiNNEN

Gesamtregie

Jahresplanung

strategische Planung

Inkarnation des Projektes

Sitzungsleitung, bzw. Verantwortung für Findung, in Absprache mit Fraktion

Abstimmung mit der Fraktion

B. KASSIERERiN

Kasse pflegen, gläsern, eisern aber herzlich

Finanzrichtlinien

Strategische Finanzplanung

Gezielte Spendeninszenierungen

C. PERSONALENTWICKLUNG

Nachwuchsförderung – auch durch Qualifizierung:

Bezugsperson für Neubeitritte: Geschäftsführer im SpontUN

Jugend: Doro

Teambuilding und Teamweiterbildung: Herm/Peter

Die/der „EntwicklungshelferIn“ sollte entweder selbst Erfahrungen in Qualifizierung haben oder gute Kontakte in den Bereich. Zur Unterstützung können POETs (PersonalundOrganisationsEntwicklungs-Teams) die Funkionsstelle unterstützen. Hier ist auch Kooperation mit Schwestergrünen, Landesverband oder vhs/FGU oft erleichternd.

D. KOMMUNIKATORiN

interne Kommunikation=Wochenmail-Monatsmail: Carsten

externe Kommunikation

Internetredaktion: Carsten / Hermann / Manfred / Wilhelm

Pressekontakte= nach Arbeitsfeld, sonst Sperecher*in, Geschäftsführer helfen gerne weiter

Die/der „BotschafterIn“ sollte Gefühl für art- und formgerechte Botschaften, für die Informationskultur der Mitglieder, für die örtliche Nachrichtenlandschaft… haben. Kommunikationsstörungen sollte sie schnell merken und Erneuerungsvorschläge sollten offene Ohren finden. Bei Nachrichtenlöchern sollte sie wissen, wen sie wie zum Liefern motivieren kann.

E. DOKUMENTATION-WISSENSMANAGERiN

Mitglieder- und SympatisantInnen-Dateien-Aufbau und -pflege

Protokoll und Sitzungsdokumentation: Carsten

KulturfürsorgerIn

Intranet

Nicht-Einladungen verletzten nicht nur die 13. Fee bei Dornröschen, sie haben schon Wahllisten ungültig werden lassen. Gepflegte Adressdateien ermöglichen „schlanke“ sehr gezielte Kommunikationen.

Protokolle sind delegierbar, die Ablage muss in eine Hand. Findige Beschlußlagen verhüten Zank. Abgeheftete Auswertungen von Aktionen helfen Doppelfehler zu vermeiden. Über Intranet kann den Mitgliedern fast alles Eigenabheften abgenommen werden!

Weiteres:

TerminatorIn

Kontakte Bund-Land

Kreis&Nachbarn

Flüchtlingsarbeit:

Umwelt-Klima

Alles Weitere

Wir empfehlen in der Startphase vierteljährliche Vorstands-Personalentwicklungsklausuren, im Zweifelsfall gecoacht. Z.B.: Böll-Coachings, Nachbarschafts-Coachings auf Augenhöhe, oder auch von eigenen erfahrenen Medizinfrauen/-männern.

Dito sei hier erwähnt, dass ein klar festgelegter Sitzungsrhythmus nicht nur die innere Verbindlichkeit stärkt. Für die Gruppe und Aussenstehende wird der Vorstand so zu einem anspielbaren Vorgang. Deshalb sollte im Idealfall die nächste Sitzung mit Tagesordnung im Internet stehen. Es soll Gruppen geben, bei denen gar am Tag nach der Sitzung ein Kurzprotokoll im Netz steht.

Eine kurze Gesamt-Philosphie für Gesamtorganisationen ist unter dem Titel „Gütesiegel Politik: demokratisch-dynamisch“ bei der Heinrich Böll NRW bestellbar.

Ehrenamtliche Vereinsführung kippt nicht nur für Berufsgeforderte schnell in Dauerstress. Es gibt aber Erfolgsmodelle von höchst erträglichem Teamspiel nicht nur in der Bundesliga. Wird die Arbeit „teilhaftig“ organisiert, kommt bei weniger Arbeit pro Kopf mehr Ertrag für alle heraus. Verantwortliches Teilhaben erfordert, dass jedeR Verantwortung für einen Teil hat. Deshalb empfehlen wir, klar beschriebene Aufgabenteilungen für alle Gremien. Gespräche über die Aufgaben des Vorstandes im Vorfeld von Neuwahlen, erleichtern eine kluge Teambildung. Eine Fussballauswahl ohne Torhüterbefähigung ist auch unbedingt günstig.

Frühzeitig sollte sich der Altvorstand – bei Problemen ergänzt um eine fachliche Autorität – eine Aufgabenskizze erstellen (oder einfach die unten stehende nutzen), auf welche sich bezogen und beworben werden kann. So können auch „Schlummertalente“ entdecken, dass sie gebraucht werden. Auch die Mitglieder können überlegen machen, wo besonders Stärkung gut wäre. Vielleicht ist gar ein Noch-Nichtmitglied ansprechbar?!

Wenn man einen groben Konsens für die Kernfelder der einzelnen Vorstandsposten hat, macht es Sinn, die Positionen gezielt zu wählen. Die feine Arbeitsteilung wird der Vorstand intern später selbst optimieren.

Vielfalt ist fast immer besser als Einfalt, deshalb Geschlechter-, Herkunfts-, Alters-, Berufs-, Berufungs-, Temperaments-, Themen-, Leidenschafts- und Erfahrungsquoten fördern. Dabei bitte nichts Unmögliches fordern!

Reines Beisitzertum bremst in der Regel Teamleben und Entwicklung der Beigewählten (StatistInnentum, ähnlich beiläufiges Wort wie Beistelltischchen). Positive Ausnahme: 1-2 Schnupper- oder Testvorstandsplätze. Für ein Jahr können solche Vorstands-Frischzellen mit wachem Blick im Vorstand frei mitwirken. Mit Verbesserungsvorschlägen können die Tester sich bei den nächsten Wahlen gezielt bewerben.

Vorstände sollten nicht zu groß sein. (Tipp für Normalvorstand=5 ungerade Zahlen sind entscheidungsfreudig oder 6 gerade Zahlen sind konsensfreudiger bei Abstimmungen) Größere Vorstände sollten ihre Arbeitsfähigkeit durch Kleingruppenarbeit stärken.

-Vorstände sind keine therapeutische Vereinigung, doch sollten Sonderbruchstellen bei Wahlen auch bedacht werden können.

-Der erwartete Zeitaufwand für die jeweiligen Aufgaben sollte abgeschätzt vorliegen. Auch Sitzungsfrequenzen und Regeldauer, inkl. Verkürzungsoptionen!

-Kassiererinnen/Schatzmeister müssen rechnen können und sollten keine Angst vor Buchhaltungsprogrammen haben! Hilfreiche Qualifikationen sollten, wenn möglich, auch für die anderen Aufgaben skizziert sein.

-Ein Bekenntnis zu Entwicklungswilligkeit und Neugierde zeigt vor Wahlen auch Motivation beziehungsweise Haltung.

-Schriftliche Vorstellungen von maximal einer Seite auf Grundlage dieser und anderer Vorgaben, ermuntern die Wählenden. Mündliche Vorstellungen sind selbstverständlich.

-Ein/-e Sprecher/-in geben klare Leitungsstruktur vor. Doppelspitzen ermöglichen Ausgleich und Arbeitsminderung, sie können aber auch komplizieren. Dreispitz-Triumvirate endeten mehrfach tödlich. Rollen mit Aufgaben für Altvorstände „Vom Häuptling zum Medizinmann“ (vgl. seq M 2.4), von der Anführerin zur Ranführerin ermuntern die Rotationsfreudigkeit. Zweijährige Jahre Amtsperioden können empfohlen werden. Ab 10 Jahren Dienstdauer sollte mal öffentlich über Dynamik diskutiert werden. Maximale Amtszeitsbegrenzung zeigt eher Selbstmisstrauen der Basis.