Grün-aktiv mit Witz und Charme: Werner Neumann wird 80

RTEmagicC_Werner_04.jpgWerner Neumann auf der Straße zu treffen ist immer ein Vergnügen. “Hör’ mal, was ist denn da los?” Und schon ist man in ein längeres Gepräch verwickelt. Wenn Werner dabei lacht, tut er das ziemlich laut und bewegt den Kopf dabei außergewöhnlich stark, während die Augen munter blitzen. “Ach ja, und er kann gut Leute veräppeln, indem er Geschichten erzählt, die man wirklich glaubt. Ich bin zweimal auf ihn hereingefallen!”, sagt uns ein Mitglied der Partei.

Krieg und verstockte Nachkriegszeit haben Werners Haltung geprägt. Soziale Gerechtigkeit war immer sein Thema. Werner Neumann hat lange im Management eines Konzerns gearbeitet. Er kommt aus Essen-Werden und man merkt ihm das etwas westlichere Ruhrgebiet irgendwie an. Schalke-Fan ist er und dazu gehört am Hellweg echtes Standvermögen.

Mitte der 1980er Jahre war Werner im Ährensachevorstand – einer lokale Erzeuger-Verbrauchergemeinschaft, die ihre Bioprodukte zunächst im SpontUN an der Massener Straße anbot. Für die Lindenbrauerei engagierte er sich im Vorstand des Trägervereins. Als begeisterter Radrennfahrer half Werner Neumann bei den Osterradrennen und wen wundert es also, dass er erster ADFC-Orts- und Kreissprecher wurde.

Über ein Dutzend Jahre war er grüner Kreisschatzmeister und ebenso lange Ortskassierer. Mit Witz und Charme trug er lange Zahlenreihen vor und hielt die Kassen in Ordnung. Geduldig besuchte er die Ortskassierer*innen mit Ratschlägen und großzügigen kleinen Aufmerksamkeiten. Säumige Beitragszahler*innen wurden Anfang Dezember mit freundlichen Telefonanrufen bedacht, die durchaus eine Stunde dauern konnten, da Weltlage und Gemütslagen nicht zu kurz kommen durften.

Im Alter ist es etwas ruhiger um Werner Neumann geworden. Ein Unfall macht das Gehen beschwerlich. Am Telefon ist er aber immer noch voll charmanter N eugier. Wir denken gerne an ihn als Grünen, der uns lange Jahre begleitet.

Danke, Werner, für Dein Engagement und alles Liebe zum 80 Geburtstag!

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Ehrung für geräderte Grüne PLUS

Integrationsratsvorsitzende Ksenija Sakelsek ehrte mit anrührenden Worten die Grünen Flüchtlingsräder-AG. Ähnlich wie die gleichfalls geehrte Spielstube der Diakonie in der Massener Flüchtlingserstaufnahme, sind die bürgerschaftlichen Hilfsangebote, die praktische Kontakte herstellen. Frei nach dem Motto: „aus Problemen Chancen machen!“

Sichtlich gerührt gab Hermann Strahl den Dank weiter an den Flüchtlingshelfer*innenkreis. (Im Bild von links: Kirsten Jeck, Jana Rump, Katyana Lerch) und dankte aucht den gut 100 radspenden Bürger*innen. 73 Räder wurden inzwischen an Flüchtlinge übergeben, nachdem man sie zusammen (im Bild von links das Schraubteam: Carsten „Schraube“ Hellmann, Wilhelm Sommer, Hermann Strahl, dahinter verdeckt Herbert Keßler, nicht im Bilde Björn Merkord und Hartmut Rosenstengel) aufgearbeitet hatte. „Statt im Keller zu rosten geben sie jetzt Flüchtlingen bewegten Zugang in das Stadtleben.

Am 5. Oktober, 15 Uhr, ist die nächste Radübergabe in der Grünen Geschäftsstelle SpontUN, Wasserstraße 13. Räder können werktags von 10 bis 13 Uhr abgegeben werden. Voranmeldung unter 14511 ist günstig, denn die Lagermöglichkeiten sind begrenzt. Helfende Hände sind übrigens gern gesehen. Und auch helfende Herzen denn der Caritas-Flüchtlingspatenkreis bereitet sich auf neue Flüchtlingszuweisungen nach Unna, wahrscheinlich noch in diesem Jahr vor.

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Baumsprengung in Unna

Seiner Freude über die von der CDU abgeschaffte Baumschutzsatzung, wollte ein Unnaer Bürger womöglich besondern Ausdruck verleihen. Schnödes Fällen kam für ihn nicht in Frage. Er bevorzugte einen Knalleffekt. Und so geriet die Fällung eines Baumes zu einem Freudenfeuerwerk.

Leider ist bei dieser kriminellen Methode der “schnellen Fällung“ nicht nur die Sicherheit der Bäume gefährdet, sonder auch die der Unnaer Bürger. Wenn Holzsplitter über 70 Meter weit verteilt werden, so ist die Verletzungsgefahr durch diese Schrapnell bombastisch.

Auch wenn Obstbäume nicht unter die alte Baumschutzsatzung gefallen wären, lässt dieser Vorfall wieder an dem im Rat behaupteten verantwortungsvollen Umgang der Bürger mit Unnas Baumbestand zweifeln.

Wir würden uns freuen, wenn anstatt unserer Bäume lieber die Mauern in einigen Köpfen gesprengt würden.

Karl Dittrich und Wilhelm Sommer

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Über das Kinderplanschbecken im Bornekampbad

Schlecht beraten oder einfach nur aneinander vorbeigeredet? Ganz gleich, wie es auch ist – der Bau des Kinderplanschbeckens im Bornekampbad ist durch das Schaffen baulicher Fakten in Gefahr geraten. Den ehrenamtlichen Aktiven ist nicht unbedingt ein Vorwurf zu machen: Offenbar fühlten sie sich durch die wohlwollende Unterstützung durch den SPD-Ortsverein Oberstadt auf der sicheren Seite. Dass der Verein bisher weder verlässliche Zahlen noch belastbare Daten vorgelegt hat, schien die sozialdemokratischen Kümmerer letztlich nur wenig zu tangieren – sie formulierten einen Antrag, der den Verein womöglich in eine trügerische Sicherheit wog. Um dem Projekt zustimmen zu können, sind jedoch Zahlen und eine verlässliche Planung unerlässlich. Diese sind übrigens auch Voraussetzung für eine Förderung durch öffentliche Mittel – deren Generierung durch das voreilige Handeln des Vereins jetzt erschwert wurde. Wer vor dieser Tatsache die Augen verschließt, handelt fahrlässig oder gefährdet das Projekt durch Selbstüberschätzung. Die eigentlichen Verlierer dieses Vorgehens sind die künftigen Nutzer. Um das Projekt realisieren zu können, bevorzugen wir Grünen einen Weg: Die SPD zieht ihren Antrag zurück, und die Vereinsspitze des Bornekampbades legt ihr vorhandenes Material vor. Dann kann man auch guten Gewissens einem sinnvollen Projekt zustimmen.

Bericht von Karl Dittrich aus dem Sportauschuss

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Wir sind stolz auf unsere Nachbarn

Wir waren Samstag Nacht und Sonntag Morgen am Dortmunder Hauptbahnhof, um die etwa 1000 Menschen, die durch Ungarn nach Deutschland geflüchtet sind, zu begrüßen und zu helfen. Hunderte Helfer*innen haben bis 3 Uhr tausende Decken und Essenspakete gespendet, gepackt und verteilt. Daran konnten auch die Nazis auf dem Vorplatz nichts ändern.

Unter Applaus trafen am Morgen die ersten Menschen ein. Wir haben in viele erschöpfte, aber hoffnungsvolle Gesichter geblickt.

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Vortrag über Klimawandel in Bangladesch

Bangladeschs Deltaregion besteht aus riesigen Mangrovenwäldern und landwirtschaftlicher Fläche, die einen großen Teil der 150 Millionen Bewohner des asiatischen Landes ernährt. Doch der Meeresspiegel steigt stetig und verschlingt so den Lebensraum der dort lebenden Menschen und Tiere. Millionen Bauern sind zur Flucht in die Armenviertel der Hauptstadt Dhaka gezwungen.
Der Süden Bangladeschs ist ein Beispiel für viele Regionen, die wegen des Klimawandels unbewohnbar werden. Dürre, Überschwemmungen und Tropenstürme treiben immer mehr Menschen auf der Welt in die Klimaflucht. Um die drohende humanitäre Katastrophe abzuwenden, müssen Projekte geschaffen werden, die die Anpassung an klimatische Veränderungen fördern. Diese Prozesse sind nicht nur entscheidend für die Zukunft der Menschen in den betroffenen Gemeinden. Sie betreffen auch die Staatengemeinschaft, die bei der Klimakonferenz in Paris im Dezember zusammenkommt. In der Diskussion um die globale Klimagerechtigkeit müssen sich besonders die Industrienationen die Frage stellen, welche Verantwortung sie für die Klimaflüchtlinge tragen.
Für ihre Masterarbeit stellte sich Lara Eckstein die Frage, wie lokale, nationale und globale Akteure die Bevölkerung vor Ort und ihre Bedürfnisse in diese notwendigen Prozesse einbeziehen kann. Dafür besuchte sie unterschiedliche Anpassungsprojekte in Bangladesch und führte Interviews mit Regierungsvertretern, Mitarbeitern von internationalen und lokalen Nichtregierungsorganisationen und mit Gemeindemitgliedern.
Am Mittwoch, dem 2. September stellt Lara Eckstein im Grünen Salon die Kernergebnisse ihrer Arbeit Gemeindebasierte Anpassungsprojekte in Bangladesch und ihre globalen Implikationen vor. Interessierte sind herzlich eingeladen, ab 19.00 Uhr im SpontUn (Wasserstr. 13) mitzudiskutieren.
Lara Eckstein, Jahrgang 1990, studierte Journalismus an der TU Dortmund. Für ihre Masterarbeit am Institut für Peace and Security Studies der Universität Hamburg war sie Gastwissenschaftlerin am International Centre für Climate Change and Development in Dhaka, Bangladesch.

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Große Koalition der Stoßstangen gegen Fahrradfreundlichkeit und Vernunft

1984 nach dem Einzug der Grünen hatte der SPD-Altstratege Heinz Steffen die Idee, durch einen städtischen Radbeauftragten ein Grünes Thema selbst zu besetzen. 1987 beantragte die SPD ein in Ansätzen RADikales Fahrradprgramm, unter anderem mit der radfreundlichen  Ausbauforderung des Afferder Weges bis zur Friedrich-Ebert-Straße. Die Verwaltung sollte 1988 eine Planung vorlegen. 27 Jahre und 13 Grüne Anfragen später will die Verwaltung jetzt handeln.

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Opposition ist nicht nur Mist

Kürzlich diskutierte ich mit einem Parteifreund Sinn und Unsinn von schwarz-grünen Koalitionen. Er sprach sich für solche Bündnisse aus; es sei wichtig, mehr Grün in die Regierungspolitik zu bringen und das gehe nun mal nicht über bloße Opposition.

Meine Skepsis gegenüber seinen Argumenten soll hier zunächst nicht Thema sein, wohl aber die explizite Feststellung der Möglichkeit, über eine Regierung politisch zu gestalten. In Baden-Württemberg nämlich haben wir einen grünen Ministerpräsidenten und dieser hatte im Bundesrat die Gelegenheit, grüne Asylpolitik umzusetzen. Winfried Kretschmann hat sich bekanntlich anders entschieden. Gegen einige Verbesserungen für Asylbewerber wurden Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina als „sichere Herkunftsstaaten“ eingestuft – dies gegen die Beschlüsse der eigenen Partei und die Erkenntnisse von amnesty international und von Flüchtlingsorganisationen.

Was, frage ich also meinen Parteifreund, hilft eine Regierungsbeteiligung, wenn die Regierung den Gestaltungsspielraum nicht nutzen will? Es ist nun die Rede davon, dass die eigentlichen Verursacher dieser schlechten Asylpolitik die Regierungsparteien CDU und SPD sind. Richtig, die kriegen nun das Fett nicht weg – es sind die Grünen, die im Fokus der Kritik stehen. Und ich finde zu Recht, denn wir haben einen demokratisch legitimen Einspruch nicht genutzt.

Warum, darüber kann man spekulieren. Das noble Argument, es ginge um die Verbesserung, entkräftigt sich schnell selbst; die Politik hatte sie lang in Aussicht gestellt. Die Grünen haben sich 1993 bei der Änderung des Asylrechts gegen das Konzept der „sicheren Herkunftsstaaten“ ausgesprochen. Das zählt für Kretschmann heute nicht mehr. Heribert Prantl schreibt dazu in der Süddeutschen Zeitung vom 22.9.2014:“ Winfried Kretschmann, der ein sympathischer Politiker ist, weiß wohl selber, dass das eine sonderbare Argumentation ist – weil Falsches nicht dadurch richtig wird, dass es in der Verfassung steht; und schon gar nicht muss man dann selbst an der Realisierung und Praktizierung des Falschen mitwirken.“

Was also steckt hinter dieser Kehrtwende: die Wahlen in Baden-Württemberg in zwei Jahren? Richtig, aber das ist nicht alles. Ich denke, es sind einige vorbereitende Maßnahmen für eine eventuelle Allianz zwischen Schwarz und Grün auf Bundesebene. In einem Interview der WELT vom 21.09.2014 lehnt Cem Özdemir einen Spitzensteuersatz bei 80.000 Euro ab, auch die Reform des Ehegattensplitting habe die Leute vor den Kopf gestoßen. Er gipfelt dann in den Aussagen : „Wer hart arbeitet und gut verdient, der soll auch etwas davon haben.“ und „Das Modell der Vermögensabgabe hat sich aus meiner Sicht erledigt, weil es keinen Staatsnotstand gibt.“ Damit kassiert er Wahlprogrammaussagen über Vermögensabgabe und Vermögenssteuer in einem Satz – aus seiner Sicht! Wer die Situation der öffentlichen Haushalte, insbesondere der Kommunen betrachtet, weiß, dass die Aussagen von Cem Özdemir nicht richtig sind. Für mich ist es kein Zufall, dass die Kehrtwenden in der Asyl- und Finanzpolitik Schlag auf Schlag kommen oder anders: es sind Testballons, um die Parteistimmung zu testen. Und da setze ich meine Hoffnung in die Schwarmintelligenz unserer grünen Partei. Wer in die Sozialen Netzwerke schaut, weiß, dass dieser Kurs nicht unwidersprochen bleibt. Wir Grünen haben etwas zu klären. Wollen wir weiterhin ökologisch und sozial sein und uns für einen Ausgleich in Natur und Gesellschaft einsetzen? Oder ersticken wir an Neoliberalismen, die einige von uns heute schon ganz gut draufhaben? Ehrlich gesagt, derzeit habe ich wenig Freude an meiner Parteimitgliedschaft, aber das mag sich ja ändern, wenn sich die Erkenntnis durchsetzt, dass Regieren nur ein ein mögliches Ziel und Opposition nicht immer Mist ist.

Manfred Hartman, OV Unna

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Wieder einer weniger

Leider bietet sich dieses Bild seit rund einem halben Jahr immer häufiger in Unna und um Unna herum. Solange ist es her, dass CDU und SPD die langjährig bewährte Baumschutzsatzung abgesägt haben.

Seitdem fallen viele alte Bäume, wie dieser in Kessebüren, der Säge zum Opfer. Ob der Baum krank ist oder nicht, ob also ein überprüfbarer Grund für die Fällung vorliegt interessiert nicht mehr. Der Eigentümer kann „frei“ über die Fällung befinden – Eigentum verpflichtet hier nicht!

Alle Unnaer sind betroffen.

Bäume sind wertvolle Biotope, Sauerstoff- und Schattenspender.

Bäume sind wertvoll, sie bedeuten Lebensqualität, Gesundheit und Erholung.

Bäume sind Leben!

 

Björn Merkord

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