Utopien bedeuten ungefähr soviel wie Möglichkeiten; darin, dass eine Möglichkeit nicht Wirklichkeit ist, drückt sich nichts anderes aus, als dass die Umstände, mit denen sie gegenwärtig verflochten ist, sie daran hindern, denn andernfalls wäre sie ja nur eine Unmöglichkeit; löst man sie nun aus ihrer Bindung und gewährt ihr Entwicklung, so entsteht die Utopie. Robert Musil, etwas kompliziert, regt an, beim Kreishauskreisel  UNtopisch endlich einmal auf den Autovorrang zu fairzichten.

Weiterlesen »

Kommentar zur Berichterstattung über Solarfreiflächenanlagen

Nachfolgend ein Kommentar zur Berichterstattung über Solarfreiflächenanlagen von Ines Nieders-Mollik

Leserbriefe von Ratsmitgliedern werden in der Zeitung nicht veröffentlicht. Ein Anrecht auf Richtigstellung gibt es nur, wenn eindeutig Falsches veröffentlicht wird, Weglassen von Aussagen sind das Kürzungsrecht von Presse, auch wenn es dann zu halbwahren Aussagen kommt. Es ist richtig, dass ich mich im ASBV gegen die beantragten 4 Solaranlagen auf den Flächen in Mühlhausen, Villigst und Massen ausgesprochen habe, weil es sich um hochwertiges Ackerland lt. Aussage des Kreises handelt, das außerdem in 2 Fällen im Landschafts- und Vogelschutzgebiet handelt, da kann ich keine Empfehlung aussprechen. Außerdem wird mit jeder Solaranlage auf freiem Feld freie Landschaft beansprucht im Gegensatz zu meiner Vorstellung von Verpflichtender Montage auf Flachdächern wie in Industriegebieten, auf Schulen und anderen Kommunalen Gebäuden usw. da sind bereits versiegelte Flächen. Außerdem wird Strom dort erzeugt, wo er direkt benötigt wird. Für mich werden Solaranlagen erst dann ökologisch sinnvoll!

Weiterlesen »

Stadtradeltour zum Haus Westhemmerde

Auf der zweiten grünen Stadtradeltour haben wir Halt gemacht beim Haus Westhemmerde. Dort hat uns Landwirt Dr. Michael Schulte nicht nur gezeigt wie er es schafft in einem Lehmboden Spargel anzubauen, er hat uns auch gleich gezeigt wie man die leckeren Stangen erntet. Herr Schulte kontaktierte uns vor geraumer Zeit, da er sich seit Jahren mit dem Schaffen von Blühflächen und extensiven Flächen für Insekten und anderen Tieren beschäftigt und hier als eigentlich konventioneller Landwirt eine ökologische Pionierarbeit leistet um dem Artensterben entgegenzutreten.

Er zeigte eindrucksvoll die arbeitsintensiven Flächen mit verschiedenen Kleearten und Gräsern und während man dort stand, konnte man durchaus eine stark erhöhte Insektenpopulation beobachten. Ein weiterer Beitrag den sich Herr Schulte ausgedacht hat, ist das Pflanzen von Mais der später aber nicht geerntet wird, sondern den Vögeln und Tieren im Winter als wichtige Futterquelle dient. Wer ihn bei der Arbeit unterstützen möchte, kann eine Blühpatenschaft übernehmen. Mehr Infos unter: https://www.hauswesthemmerde.de/pages/sonstiges/feld-patenschaft.php

Weiterlesen »

Gemeinsame Erklärung der politischen Jugendorganisationen der Kreisstadt Unna

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger der Stadt Unna,
bald ist es soweit, am 26.05.19 wird wieder gewählt: Die Europawahl steht an. Dieses Jahr ist sie aus unserer Sicht wichtiger denn je, schließlich geht es darum, ob wir das Feld in Brüssel den Populisten, Nationalisten und Anti-Europäern oder doch den demokratischen, pro-europäischen Kräften überlassen.

Am selben Tag steht für uns in Unna eine weitere Abstimmung an:
Durch das von dem Verein „UNNA.braucht.EIS“ initiierte Bürgerbegehren kommt es am 26.05. zum Bürgerentscheid darüber, ob Unna die Eishalle weiter aufrechterhalten soll. Dafür hat der Verein auch ein Betreiberkonzept entwickelt, in dem die Sanierungskosten, die Finanzierung dieser sowie mögliche Betriebsgewinne kalkuliert und hochgerechnet sind.
Engagement der Bürger ist wichtig! Hier sollten aber Zahlen und Fakten beachtet werden. Als Jugendorganisationen schätzen wir starke Beteiligung von Bürgern in politischen Belangen! Es belebt das Stadtleben und zeigt, dass Demokratie mehr sein kann, als alle paar Jahre einen Wahlzettel auszufüllen.

Zu einer Demokratie gehört aber eben auch der Streit durch unterschiedliche Ansichten: Wir, als Jugendorganisationen sprechen uns gegen die Bürgerinitiative und somit gegen die Eishalle aus. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Der offensichtlichste Grund ist das Haushaltsdefizit unserer Stadt, welches trotz einiger Sparmaßnahmen in den letzten Jahren nicht geschlossen werden konnte. Mittlerweile ist Unna durch das Land NRW verpflichtet, keine weiteren Schulden zu machen und die vorhandenen Schulden schnellstens abzubauen. Dies wird in der öffentlichen Debatte um die Eishalle kaum thematisiert. Ein Erhalt hätte unter anderem eine erhebliche Erhöhung der Grundsteuer B zur Folge, welche jeden Bürger dieser Stadt erheblich trifft. Alle Bürger müssten mehr zahlen, obwohl nur wenige das Angebot nutzen. Allen muss bewusst werden, dass die Stadt Unna in Zukunft nicht darum kommt, schwarze Zahlen zu schreiben und auf soliden finanziellen Beinen zu stehen. Trotzdem ist es uns gerade als Vertreter der Unnaer Jugend ebenso wichtig, dass Angebote für Jugendliche in der Stadt bestehen und ausgebaut werden.

Weiterlesen »

Warum die Grünen nicht für den Erhalt der Eishalle sind

 

Überaltert & Überdimensioniert

Die Halle ist über 40 Jahre und hat seine Nutzungsdauer bereits überschritten. Die Geräte, die verbaut sind, laufen deutlich länger als ursprünglich angenommen. Man kann also von Glück reden, dass z.B. die NH3-Maschine so lange lief. Dasselbe betrifft den Brandschutz, die Dachkonstruktion, Toilettenanlagen, Bistrobereich, Starkstromanlagen, Lüftungs- und Heizungsanlage. Diese Mängel sind nicht menschengemacht oder mutwillig durch absichtlichen Wartungsstau verursacht, die Gerätschaften haben einfach ihre Lebenszeit überschritten, was in verschiedenen Sportausschusssitzungen auch immer betont wurde. Eine umfassende Sanierung ist nach so langer Zeit üblich. Eine Tribüne mit 3500 Zuschauerplätzen ist deutlich zu groß, erhöht Kosten und Wartungsaufwand. Der Rückbau kostet auch Geld.

Kein schlüssiges Betreiberkonzept

Die Initiative Unna.braucht.EIS konnte uns von ihrem Konzept nicht überzeugen. Nicht nur die auch im Rat mehrfach diskutierte fragwürdige Personalpolitik, wo Kantinen- oder Hallenleiter*Innen auch gleichzeitig andere Aufgaben erfüllen; auch die Gehälter sind sehr niedrig angesetzt Dazu kommt die von der Verwaltung und Rat abgelehnte finanzielle Beteiligung & Verantwortung durch die Stadt Unna. Sollte der Verein bzw. die Bürgerinitiative das Interesse zum Weiterbetrieb verlieren, haftet die Stadt. Eine Garantie, dass die Initiative die Verantwortung für mehrere
Dekaden Betrieb übernimmt gibt es nicht. Insbesondere die kürzlich geäußerten Aussagen der Bürgerinitiative, wo wir ehrenamtlich arbeitenden Ratsmitglieder mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert werden, bringen erheblichen Zweifel auf, dass hier eine Zusammenarbeit mit der gebotenen Sachlichkeit über einen langen Zeitraum möglich ist.

Förderung der Jugend besteht weiterhin
Die 85.000 € jährliche Förderung für eissporttreibende Vereine besteht weiterhin. Diese trainieren jetzt in Bergkamen und sind laut eigener Aussage auch recht zufrieden dort.

Finanzielles Risiko ist zu hoch
Ratsmitglieder können sich nicht an der Schätzung der Initiative orientieren, sondern sind gebunden an das Gutachten, das die Verwaltung beauftragt hat. Hier ist die Rede von über 8 Millionen Euro nach jetzigem Stand. In Kombination mit der anhaltenden baukonjunkturellen Hochphase und bislang nicht absehbar noch evtl.

Weiterlesen »

Wir wollen uns und alle, die auf ein ökologisch-soziales-friedliches Europa hoffen nochmal in gute Schwingungen bringen. Sven Giegold wird life zugeschaltet. Die anderen werden sich kurz fassen. Impulse aus dem Publikum sind erwünscht. Durch den Abend führt Unnas Lieblingsmoderatorin Claudia Keuchel (Hölle Unna, Drahteselmarkt…). Ein Wahltipp mit artgerecht-charmanten Preisen ist fast fertig!

Übrigens findet die Veranstaltung nicht zufällig im Schalander der Lindenbrauerei statt. Das Lieblingskulturzentrum der Unnaer Grünen wäre heute ein Parkplatz, hätten wir nicht die Industrieruine mit EU-Millionen retten können!

 

Weiterlesen »

Nie war eine Europawahl so wichtig wie in diesem Jahr

Nationalisten bedrohen unseren Kontinent massiv. In vielen Ländern treten sie an, um die Europäische Union (EU) zu schwächen oder ganz zu zerstören. Bei dieser Wahl geht es darum, ob Europa in den Nationalismus zurückfällt, oder sich die EU kraftvoll neu begründet. Probleme wie die Klimakrise sind so groß, dass sie kein Land alleine lösen kann. Wir setzen auf Zusammenarbeit und wir glauben an die EU. Wir finden allerdings, dass sie besser werden muss. Gemeinsam mit Dir werden wir Europa gerechter, ökologischer und demokratischer machen. Ziel ist es, die Klimakrise zu bekämpfen, Europas Demokratie zu verteidigen und für sozialen Ausgleich innerhalb Europas zu sorgen. Wie genau erfährst du in unserem Programm.

Unser Wahlprogramm heißt „Europas Versprechen erneuern“. Und zwar deswegen, weil wir gute Ideen für einen Neustart der EU haben. Die Themen, die Du in unserem Programm findest, sind so vielfältig wie die grüne Bewegung selbst. Wir verlangen, dass Europa wieder mehr für den Klimaschutz tut. Diejenigen, die die Umwelt verschmutzen, sollen auch dafür zahlen. Deswegen sind wir für eine Steuer auf CO₂. In der Landwirtschaftspolitik verteilen wir noch immer zu viele Subventionen an konventionell wirtschaftende Großbetriebe. Wir möchten kleine Bauern stärken und ihren Einsatz für Arten- und Naturschutz belohnen. In der Wirtschafts- und Sozialpolitik wollen wir mehr gegen Ungleichheit und Ungerechtigkeit unternehmen. Die Lebensverhältnisse zwischen den Mitgliedstaaten und innerhalb der Länder klaffen auseinanander. Das wollen wir ändern. Auch die mächtigen Digitalkonzerne, die bislang so gut wie keine Abgaben zahlen, sollen endlich ihren Beitrag leisten. Wir wehren uns gegen den Aufstieg von Demagogen wie Viktor Orbán. Gemeinsam mit Dir kämpfen wir für eine offene Gesellschaft. Homophobie, Sexismus und Rassismus haben in unserem Europa keinen Platz.

Europas Versprechen erneuern. Europawahlprogramm 2019. (PDF)

Europa-Wahlprogramm. Zusammenfassung in Leichter Sprache. (PDF)

Renewing the promise of Europe. Preamble. Election manifesto 2019. (PDF)

Weiterlesen »

Zur Abwesenheitswahl, WBU & Bürgermeister*Innenwahl

Zurzeit werden viele Diskussionen gleichzeitig geführt. Noch dazu müssen sie in einem außergewöhnlichen Detailgrad begleitet werden, um die richtige Entscheidung zu treffen. Da kann es schon mal vorkommen, dass gewisse Beschlüsse auf den ersten Blick nicht nachvollziehbar für Außenstehende sind. Weil wir Grünen es uns zum Ziel gemacht haben, transparent zu agieren, dem Klüngel den Kampf anzusagen und der Stadt Bestes zu suchen, erklären wir nachfolgend einige Details, betreffend unsere Entscheidungen in der kürzlichen Vergangenheit und unsere Motivation hinter den Abstimmungen.

In der Ratssitzung am 4. April 2019 kam es zu Irritationen. In der Vorlage 1495/19 hat Bürgermeister Werner Kolter vorgeschlagen, Kerstin Heidler als 1. Abwesenheitsvertretung des Bürgermeisters zu wählen. Dies ist tatsächlich angezeigt, da mit Karl Mölle und danach auch Uwe Kutter die bisherigen Vertreter des BM ausgeschieden sind.  Der Bürgermeister begründete seinen Vorschlag damit, die Reihenfolge ergäbe sich durch die Dauer der Dienstzeit im Verwaltungsvorstand. Da Dirk Wigant und Jens Toschläger nur wenige Wochen bzw. wenige Tage im Amt sind, war für ihn Frau Heidler die erste Wahl.

Unsere Fraktion hat sehr lange überlegt, ob das wirklich der richtige Schritt ist. Kerstin Heidler ist mit ihren derzeitigen Ressorts nach Fraktionsauffassung bereits ausgelastet, daher macht es wenig Sinn ihr noch weitere formelle Aufgaben zuzuteilen. Die CDU hat Dirk Wigant favorisiert, logischerweise nicht aus grünen Gründen, sondern um „ihren“ Beigeordneten weiter nach vorne zu platzieren. Die grüne Fraktion hat sich für Dirk Wigant entschieden, weil er immerhin lange Verwaltungserfahrung als 1. Beigeordneter der Stadt Steinfurt und als Kreisdezernent besitzt und eine Abwesenheitsvertretung sicher noch schafft und sowohl von CDU und SPD seinerzeit vor seiner Berufung als besonders fähiger Verwaltungsfachmann benannt. In der Lokalpresse wurde dann darüber gerätselt, warum die Grünen auf einmal gemeinsame Sache mit der CDU machen. Die oben genannten Gründe haben uns zu dieser Entscheidung geführt. Die grüne Intention war nicht als personalpolitische Komponente gegen die Beigeordnete Kerstin Heidler persönlich gerichtet.

Weiterlesen »

Ausgesummt! Es ist was dran am Insektenschwund – Eine Nachberichterstattung

Thomas Hörren ist begeisterter Entomologe – genau gesagt ein Käferforscher. Im gestrigen Grünen Salon hat er aus seiner wissenschaftlichen Arbeit in seiner Freizeit erzählt. Im Entomologischen Verein Krefeld hat man es sich zur Aufgabe gemacht, erstmals die Biomasse als Parameter bei Insektenzählungen umfangreich zu berücksichtigen. Mit sogenannten Malaise-Fallen wurden standardisierte Zählungen vollzogen und mit Zählungen aus der Vergangenheit verglichen. Schon bei der Erhebung konnte man bereits ableiten, dass ein Rückgang der Biomasse zu verzeichnen ist. Wurden früher nämlich 2-Litergefässe benutzt um die Insekten nach der Zählung zu konservieren, sind seit vielen Jahren 1-Literbehältnisse Standard, da diese Füllmenge schon lange nicht mehr überschritten wurde. Aber auch im Detail machte Thomas Hörren deutlich, dass es offenbar immer weniger Insekten und somit Biomasse gibt. In akribischer Fleißarbeit haben die Krefelder Forscher immer wieder dieselben Standorte wie früher verglichen und dabei auch die Umgebung in die Bewertung mit einbezogen, sodass man zweifelsfrei einen Rückgangstrend feststellen konnte. Manchmal kann der Rückgang eine spezifische lokale Bedingung sein. Zum Beispiel die Veränderung von Naturschutzgebieten, obwohl diese erhaltend gepflegt werden sollten – es findet Sukzession statt.

Thomas Hörren beschreibt lebhaft, wie die Forscher nun versucht haben, die Ursache des Rückgangs zu finden. Ein erster Anhaltspunkt war die Vermutung, es könne mit dem Klimawandel zu tun haben. Doch dies bestätigte sich nicht – ein Vergleich der Fallenstandorte mit den Tagesdaten lokaler Wetterstationen zeigt zwar eine Erhöhung der Temperatur über die Jahre und eine Verschiebung von Niederschlagsspitzen in andere Monate als früher – jedoch konnte kein Zusammenhang zwischen dem Rückgang der Biomasse daraus erkannt werden. Denn Insekten sind, in sehr vielen Fällen, wärmeliebende Tiere und müssten vom Temperaturanstieg tendenziell profitieren. Für eine Ursachenfindung reiche die Studie jedoch nicht aus, denn das meiste blieb nach ihrem Modell unerklärt. Große Probleme in der Biodiversität sind vor allem durch die Fragmentierung von Landschaften, die intensive menschliche Nutzung dieser Flächen und der Verschmutzung zu suchen, das zeigt die Wissenschaft seit Jahrzehnten mit Beispielen auf.

Weiterlesen »

Wortbeitrag von Eva-Lotta Vogt, Sprecherin der Grünen Jugend Unna, beim Pulse of Europe | 9. April 2019

Hallo ihr lieben, ich bin Eva-Lotta und Sprecherin der Grünen Jugend Unna. Ich freue mich erstmal wahnsinnig, in so viele nette Gesichter blicken zu können die sich heute den Weg hierher gemacht haben. Wir sind Heute hier um gemeinsam ein Zeichen FÜR Europa zu setzen. Aber FÜR Europa. Was bedeutet das eigentlich?

Europa bedeutet für mich als Schülerin in erster Linie nicht eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit der Länder. Europa ist für mich Freiheit. Die Freiheit mich entscheiden zu können ob ich nach dem Abi lieber in Spanien oder Finnland studieren möchte. Die Freiheit fremde Länder und Kulturen kennen zu lernen. Und die Freiheit mich ganz unproblematisch und unbürokratisch über Ländergrenzen hinweg zu vernetzen.

Ich hatte letztes Jahr im Sommer das Glück in Paris-einer Europäischen Hauptstadt gemeinsam mit anderen Jugendlichen aus ganz Europa zur Schule zu gehen. Und gäbe es Europa nicht wäre dies nicht so ohne weiteres möglich. Europa bedeutet für mich also, dass ich die Freunde*innen, die ich dort kennengelernt habe nicht nur über FaceTime sehen muss, sondern sie auch im echten Leben ohne große bürokratische Hürden besuchen kann. Aber spricht man mit den Menschen auf der Straße sehen viele Europa nur noch als was negatives. Es ist definitiv nicht alles gut. Aber sollte es nicht gerade dann unser Ziel sein die Missstände auszubessern als gleich die ganze Grundidee weg zu werfen ?! Jaja auf ein gutes Europa kann ich ja lange warten hat mal jemand zu mir gesagt. Und das ja das stimmt. Wenn wir nur rumsitzen und warten können wir durchaus sehr sehr lange warten. Deshalb ist es jetzt auch an der Zeit endlich aktiv zu werden und Veränderungen zu schaffen. Denn Ja, ich bin froh in Europa zu leben aber ich möchte in einem gerechten Europa leben. Ein Europa dessen Handel nicht auf der Ausbeutung von Tieren, Menschen und Natur basiert.

Weiterlesen »

EU-Agrarpolitik: Europawahl wird zur Abstimmung über Umwelt- und Artenschutz

von Sven Giegold, Spitzenkandidat von Bündnis 90/Die Grünen zur Europawahl

In der letzten Woche hat der Agrarausschuss des Europaparlaments über die Reform der Europäischen Agrarpolitik (GAP) entschieden. Bei dieser Abstimmung hat sich eine ganz Große Koalition aus Konservativen, etlichen Sozialdemokraten und Liberalen jeglicher substanzieller Änderung in der Agrarpolitik verweigert.

So wurden zahlreiche gemeinsame Änderungsanträge von Grünen und Linken durch eine Schwarz-Rot-Gelbe Mehrheit abgelehnt. Bei diesem Anträgen ging es unter anderem um folgendes: Wir wollten den Teil der Direktzahlungen an die Bauern begrenzen, der nur von der Größe der bewirtschafteten Flächen abhängt. Diese Änderung hätte bäuerliche Betriebe gegenüber großen Agrarriesen gestärkt, die zur Zeit 80 Prozent der Direktzahlungen erhalten. Diese Direktzahlungen wollten wir auch an verbindliche Umweltschutzmaßnahmen, wie z.B. der Verringerung des Einsatzes von Pestiziden, koppeln. Das Scheitern dieser Anträge ist angesichts des dramatischen Artensterbens bei Insekten, Vögeln und Co. eine sehr schlechte Nachricht. Das Artensterben steht in direktem Zusammenhang mit massiven Pestizideinsatz in der Landwirtschaft. Während die Bürgerinnen und Bürger in Bayern per Volksbegehren für mehr Artenschutz gesorgt haben, machen Christdemokraten, Sozialdemokraten und Liberale im Europaparlament das Gegenteil.

Noch ist aber nicht aller Tage Abend. Denn der Beschluss des Agrarausschusses kommt zu spät, um noch vor der Wahl im Europaparlament endgültig beschlossen zu werden. Das heißt, das nächste Europaparlament kann diese Entscheidung schon im Juli revidieren. Mit anderen Worten: Diese Europawahl ist entscheidend für die EU-Agrarpolitik der Zukunft. Entweder die schlechten Zustände in der Agrarpolitik werden zementiert oder wir bringen den Sektor auf einen nachhaltigen Weg. Durch die rückwärtsgewandte Politik einer unheiligen Allianz von Christdemokraten, Sozialdemokraten und Liberalen, würde das Artensterben, ungehemmter Pestizideinsatz, Tierleid und Umweltzerstörung weitergehen.

Die Bürgerinnen und Bürger haben es jetzt in der Hand am 26.5. bei den Europawahlen ihre Stimme für eine andere Form der Landwirtschaft abzugeben. Die Europawahl muss zu einer Abstimmung über Umwelt- und Artenschutz werden.

Weiterlesen »