Das Politikverständnis ist ziemlich konsumistisch geworden. Man erwartet, dass eine Partei zu hundert Prozent die eigene Meinungspalette abdeckt.

Juli Zeh, Schriftstellerin, in  DIE ZEIT und taz zu ihrem Beitritt in die SPD vor zwei Jahren.

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Das Offenbare und das Verborgene und der Selbstbetrug – eine Rezension

Was haben wir, die wir Gewalt als Mittel der Konfrontation ablehnen, überhaupt mit Gewalt zu tun? Wo taucht Gewalt überall auf, wo wir sie nicht vermuten oder für überwunden halten? In welchen Gewändern verbirgt sich Gewalt? Was genau haben Arroganz, Moralismus, Fundamentalismus und Manipulation mit Gewalt zu tun? Wie und wozu werden die verschiedenen Formen von Gewalt verschleiert? Warum kann der Einsatz für ein gewaltfreies Miteinander in Gewalt umschlagen?

Der Autor entwirft in seinem Essay „Das Geheimnis der Gewalt“ ein Bild, das aus verschiedenen Perspektiven, verteilt über 28 kurze Kapitel, die Beziehung zwischen Gewalt und Geheimnis darstellt. Es geht ihm darum, ein miteinander verbundenes Netz von thematischen Aspekten zu knüpfen. Dem Leser eröffnet sich so ein Raum, in dem Sichtweisen zur Gewalt und zu ihren Auswirkungen neu entdeckt und überdacht werden können. Am Ende entsteht ein tieferes Verständnis für etwas, dem wir nicht entkommen können, aber das unsere darauf bezogenen Handlungsmöglichkeiten erweitert. Voraussetzung dafür ist, sich selbst immer wieder auf einen Weg zu machen, der über unbequeme, irritierende und zum Teil ärgerliche Stolpersteine führen kann.

„Wir spalten die Gewalt von unserem Handeln ab und stellen sie vor uns hin, als wäre sie ein Objekt und wir hätten nichts mit ihr zu tun. Wenn wir Gewalt anwenden, verschleiern wir das verzweifelt vor uns selbst und allen anderen.“ (S. 187 ff) Dieses Zitat vom Ende des Buches zeigt die mögliche Richtung an, in die eine Annäherung an das Phänomen der Gewalt zu erwarten wäre. Das erfordert anzuerkennen, dass sämtlicher Lebensbereiche mit Gewalt durchdrungen sind. Sie tritt in unterschiedlichen Zusammenhängen auf und hat nicht nur die Fähigkeit sich zu verbergen, sondern ist gezwungen dies zu tun. Denn allein durch die bloße Präsenz der Gewalt spricht der Täter seinem Opfer genau wie sich selbst das Recht zu, sie anzuwenden. Deshalb muss sich die Gewalt in wechselnden Gewändern verbergen. Sie nutzt das Gewand des Betrugs, der Moral, der Vereindeutigung, der Verschleierung, der scheinbaren Ordnung oder der Selbsterhaltung. Letztendlich gründet die Zivilisation u.a. selbst auf einem gewalttätigen Akt und trägt, weil sie nicht allen Menschen Gleichberechtigung ermöglicht, zur Fortdauer der Gewalttätigkeit bei. Der Autor beschreibt die vielfältigen Dilemmata, die menschliches Handeln bestimmen. Das Handeln schwingt hin und her zwischen Anpassung und Eigenständigkeit, zwischen Transparenz und Verheimlichung, zwischen Betrug und Selbstbetrug, zwischen Anspruch und Wirklichkeit, zwischen komplexem und fokussiertem Agieren, zwischen dem Bedürfnis Sicherheit und doch Veränderung zu leben, zwischen realen Zusammenhängen und irrationalen Deutungen, zwischen vertrauensvoller Öffnung und misstrauischer Abschottung, zwischen dem „gemütlichem Elend“ und dem Bedürfnis aufzubegehren. Immer werden die eigenen Interessen für berechtigt gehalten. Bei ihrer Durchsetzung werden dann die Interessen der Anderen hintenangestellt. Damit das nicht offensichtlich wird, ist das Geheimnisvolle die Voraussetzung für den Erfolg der vielschichtigen Formen von Gewalt.

Alle Formen menschlichen Strebens stehen in einem meist verborgenen verwandtschaftlichen Verhältnis. Das Bedürfnis nach Ordnung und Sicherheit führt zu den verschiedensten Strategien der Integration tatsächlicher und vermuteter Bedrohungen, um einen sinnstiftenden Zusammenhang herstellen zu können. Die Unterwerfung unter einen Täter oder die Übertragung auf ein symbolisches Stellvertreterobjekt oder die Erfindung eines von außen betrachtet irrationalen Erklärungsmusters helfen aus der Verzweiflung. Denn fehlender Sinn hat in bedrohlichen Situationen traumatische Auswirkungen.

Nachdem der Autor das Feld des menschlichen Miteinanders in den 28 Kapiteln durchschreitet und dabei dem Geheimnis der Gewalt auf die Spur kommt, bleibt am Ende die Erkenntnis, dass wir dem Verborgenen zunächst bei uns selbst gedanklich die Tür zu öffnen haben. Wenn die egoistische Selbstbehauptung nicht das letzte Wort haben soll, braucht es den genauen Blick, den dieses Essay ermöglicht. Daniel Pascal Zorn bietet keine leicht verdaulichen Erklärungsmuster, sondern gibt ein Beispiel dafür, wie wir uns unserer Wirklichkeit auf eine detektivische Art und Weise annähern können. Er stellt nicht in erster Linie seine Erkenntnisse in den Raum, sondern zeigt den Weg, wie sie entstanden sind. Am Ende des Buches müssen wir uns als Leser schon selber auf den Weg machen. Vielleicht gelingt es, das Universelle der Gewalt anzuerkennen und mit den verschiedenen Formen von Gewalt so in Kontakt zu treten, dass sie sich selbst offenbaren.

Eine Rezension von Klaus Koppenberg

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Später SPD-Sinneswandel bestätigt Auffassung der Grünen

Die späte Einsicht der SPD-Fraktion von den Plänen in der Einflugschneise des Flughafens Dortmund von dem Bau des neuen Realschulgebäudes in Massen absehen zu wollen und stattdessen am vorhandenen Standort neu zu bauen, wird von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen begrüßt.

Ist der Sinneswandel der SPD dem Umstand geschuldet, dass ein Schulneubau im Falle der Flughafenerweiterung gar nicht mehr genehmigt werden kann oder der Ansicht, dass ein weiteres Verfolgen einer Schule an diesem Standort Wählerstimmen kosten wird? Womöglich hat es auch mit der Erstellung des Regionalplans zu tun, welcher der Umwandlung in einen allgemeinen Siedlungsbereich gar nicht zustimmen würde.

Auch wenn die Einsicht, dass das von Fluglärm beeinträchtigte Areal alles andere als optimal für lernende SchülerInnen ist, spät kommt, sieht sich die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in ihrer von Anfang an entgegen anderen Fraktionen vertretenen Auffassung bestätigt. Unnas Grüne hatte bereits sehr früh als zunächst einzige Ratsfraktion Kritik an der wahnwitzigen Idee, die von einer breiten Ratsmehrheit bisher getragen worden war, geäußert.

Stellungnahme zum Beteiligungsverfahren Regionalplan Ruhr

Pressemitteilung zum Haushalt 2019 / 2020

Pressemitteilung: Grüne weiterhin für die Suche nach Alternativstandort

Lernen bei Lärm?

Lernen mit Lärm – Schulneubau neben der Einflugschneise?

Grüne befragen Massener Bürger*Innen zur Hellweg-Realschule

Es ist schade, dass die 180-Grad-Wende der GenossInnen erst mit dem aufziehenden Kommunalwahlkampf gereift ist, nachdem die Verwaltung die alten Planungen offenbar verworfen hat. Die Abkehr vom Lernen unter dem Fluglärm ist sicherlich nicht nur den „neuen Köpfen“ an der Spitze der zuständigen Dezernate geschuldet.

Wir als Fraktion Bündnis 90/Die Grünen geben die Hoffnung nicht auf, dass die SPD-Fraktion auch in anderen Fragen, wie zum Beispiel bei der Abschaffung der Baumschutzsatzung, im Laufe der Zeit noch zu einem Sinneswandel kommen wird. Seitens der Verwaltung ist angekündigt, die Planungen in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehrsplanung (ASBV) in der nächsten Woche vorzustellen. Dann erst kann sich die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zu den Plänen im Einzelnen äußern.

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Auch Unnas Grüne im Aufschwung

Unnas Grüne Delegation auf dem Grünen Bundesparteitag in Bielefeld pflegte nicht nur Promi-Kontakte. Charlotte Kundert, Andrea Molitor, Michael Sacher und Hermann Strahl bringen allerhand Anstöße mit, die Hoffnungswende im Wahlkampfjahr 2020 in Unna in Wirklichkeit umzusetzen. Und dazu suchen wir Bündnisse und neue Mitglieder! Beitrittsformulare liegen in der Wasserstraße 13 bereit. Ausführlichere Berichte über den Aufbruch in Bielefeld auf: www.gruene.de

Letzte Woche trat das 80. Mitglied bei. Beim Neujahrsempfang im Januar des Jahres waren es noch 61. Am 20. Januar beim nächsten Neujahrsempfang hoffen wir auf 100, die den Kommunalwahlkampf mitprägen wollen!

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Abschied von der Postbuche – ein Schlaglicht

Der schönste Baum der Unnaer Innenstadt wird bald gefällt. Die Belastungen durch den Klimawandel und die Buchenkomplexkrankheit waren einfach zuviel, großflächig ist die Rinde abgeplatzt. Das tut in der Seele weh!

Der Hellweger Anzeiger hat am 12. November 2019 einen fundierten Artikel über den Baummangel in Unna gebracht. Das immer wieder neue „Überplanen“ von Bäumen für Gebäude – als seien Bäume bestenfalls Brennholz – wird geschildert und gibt damit Eins zu Eins unsere Erfahrungen mit der Unnaer Bau(m)verwaltung in den letzten Jahrzehnten wieder. Nur in seltenen Fällen und meist mit sehr viel Mühe konnten Planungen verändert werden, um wertvolle Bäume zu retten.

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Grüne stellen Antrag auf „Klimastempel“ in allen Beschlussvorlagen

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beantragt, dass künftig alle Beschlussvorlagen des Rates der Kreisstadt Unna mit einem „Klimaschutz-Stempel“ versehen werden. Die ständige Rubrik „Finanzielle Auswirkungen“ könnte um eine weitere Rubrik nach folgendem/ähnlichen Muster erweitert werden und in alle künftigen Beschlussvorlagen übernommen werden:

„Klimaschutzbelange betroffen:
nein (Ankreuzfeld)
ja Ankreuzfeld, wie folgt: Kurze Sachdarstellung“

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Pressemitteilung zur Finanzierung der Baumschutzsatzung

Zu den Ausführungen des CDU-Fraktionsvorsitzenden Rudolf Fröhlich zu dem grünen Deckungsvorschlag, die Kosten zur Wiedereinführung der Baumschutzsatzung aus den Einsparungen bei den Kürzungen der Fraktionsmittel zu finanzieren, nimmt die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen wie folgt Stellung:

Erstens. Bei der Baumschutzsatzung handelt es sich gerade nicht um eine freiwillige Leistung, die während einer Haushaltssperre, wie die CDU meint, nicht erlaubt sein soll. Wie der Name schon sagt, ist die Baumschutzsatzung eine Satzung, die vom Rat beschlossen wird. Die Umsetzung der Einführung und Überwachung deren Regelung erfolgt durch städtisches Personal, deren Vergütung sich nach Gesetz (Beamte) oder Vertrag (TVöD) bei Beschäftigten regelt. Solche Ausgaben sind auch während einer laufenden Haushaltssperre erlaubt.

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Keine Zusatzeuros durch Mühle Bremme Bebauung

Edeka, Rossmann, Fitx! Das zusammengeschrumpfte Anker-Magnet-Trio lockte keinen Zusatz-Euro nach Unna. Wie lange das Zufalls-Kettenlädenkarussel sich auch auf Bremme drehen mag, es wird nicht nur die aktuelle Rossmann-Bahnhofstraßen-Filiale lochen. Im eigentlich gut-gesättigten Lebensmittelmarkt zielt Edeka auf die Einkaufskörbe der Berliner Allee und der Ostdörfer, die lange um Nahversorgung kämpfen. Unnas neu bereichernde Metzgerei ist ebenso gefährdet wie der eine oder andere Mittagstisch. Wenn`s ganz böse kommt, wird der fußgängerfreundlichste REWE an der Hertinger Straße schließen. Welche Mucki-Bude dichtet ist unklar, aber die Kettenschwitzkästen versuchen in der ersten Welle immer die Heimspieler wegzudumpen. Wie lange die drei Bremme-Test-Läden den Bremme-Standort besetzen, ist fraglich. Harger-Aldi, Berlet-Massenerstraße, und Unnas diverse Einzelhandelsruinen könnten eigentlich belehrendes Lehrgeld für Stadtplaner sein.

Sind sie in Unna aber leider nicht. Wo jetzt sehr und wahrscheinlich zu spät eine besorgte Bürgerdiskussion ausbricht, jubelt Schmidt-FDP über die tolle Knochenbildung. Ein Arzt warnte zurecht vor Oberschenkelhalsbruch für die Innenstadt. SPD-Bürger, der einst als Linken-Kommandant sich in Lärmschutz zu profilieren versuchte, bejubelt die zusätzlichen Stellflächen in Innenstadtlage. Zusatzstaus, Zusatzstaub und Zusatzdefizite in der Bahnhofstiefgarage kommen ihm nur in den Sinn, wenn er Wohnbebauung verhindern will. FLU-Göldner zichtigt Grün als Verteufler. Sein Beispiel Massenerstraße beweist leider das Gegenteil. Hier hatte Grün davor gewarnt, den Berlet-Deal einzugehen. Der Berlet-Markt vor der Stadt, macht Unna für Elektro-Ansiedlungen uninteressant. Die traurige Geschichte führte übrigens kollateral zur Stilllegung von Elektro-Wix, wo man bis dahin die gesamte Haushaltselektrik kaufen konnte.

Soweit so zukunftsverbauend geplant. Die grüne Gewinnwarnung scheint die Investoren nicht zu interessieren, sie können Verluste abschreiben. Unnas Steuerzahler bleiben auf den Folgekosten für Ampeln, etc. sitzen. Der Umwelt-Verkehrs-ideale Platz ist traurig verbaut (siehe Harger). Der Rat hat die qualifiziert geäußerten Verkehrslösungsbedenken wegbeschlossen. Eine Reißleine könnte vielleicht noch die Gefährdungspotenzierung am Königsborner Tor sein. Fußgänger die mittelfristig wichtigsten Radachse Unnas kreuzen zu lassen, müsste Polizei und Ordnungsamt aufschreien lassen.  Aber letzteres hat sich ja als Hauptbeschäftigung Fahrradstraßenverhinderung verordnet. Leider sind erst im nächsten Herbst Kommunalwahlen.

hermann strahl

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Im Westen, im Osten, im Grünen – drei weltumspannende Geburtstage

Im Jahr 1819, also vor genau 200 Jahren, veröffentlichte Johann Wolfgang von Goethe Gedichte, die inspiriert sind von der Dichtung des persischen Mystikers Hafis. Er nannte das Buch „West-östlicher Divan“. 192 Jahre später- Ende 2011- beginnt auf einer Geburtstagsfeier in Unnas „Neuer Schmiede“ eine Beziehung, an der wahrscheinlich sowohl Hafis als auch Goethe ihre Freude gehabt hätten. Charlotte Kunert und Sacit Soyubey – wie drücken wir es nun am Besten aus, sagen wir: gingen aufeinander zu. Es war so, als ob sie dabei im Hinterkopf hatten, was Goethe in seinem „Divan“ lyrisch zu Papier brachte:

Wer sich selbst und andre kennt,
Wird auch hier erkennen:
Orient und Occident
Sind nicht mehr zu trennen.

Sinnig zwischen beiden Welten
Sich zu wiegen lass‘ ich gelten;
Also zwischen Ost und Westen
Sich bewegen, sei’s zum Besten!

Das Gedicht ist ungewöhnlich modern, es geht um’s Kennenlernen und Erkennen, dass man Teil Einer Welt ist, es geht um Erfahrungen, die man sammeln muss, um sich als Eines und Unterschiedliches zu begreifen.

Erfahrungsgetränkt ist Charlotte Kunert, Sozialarbeiterin, langjähriges Mitglied im Stadtrat, viele Jahre GAL-Geschäftsführerin in einem SpontUN, das mir ihr mehrere Umzüge hinter sich brachte. Erfahrungsgetränkt auch ihr neuer Partner Sacit Soyubey, der Ende der 1970er Jahre aus Istanbul nach Köln kommt und dort ein Ingenieursstudium aufnimmt. Beide hatten schon eine bewegte Lebensgeschichte hinter sich, umso mehr freuten wir uns, dass hier noch einmal ein neues Glück versucht wurde.

Charlotte ist eine Frau mit viel Herz, vernetzt in der ganzen Stadt, als Gesundheitsmanagerin im Evangelischen Krankenhaus tätig und heute grüne Fraktionschefin. Hörte es sich nicht so nach Militär an, bezeichneten wir sie gern als „Mutter der Kompanie“. Kein Besuch bei ihr, bei dem es nicht leckeres Essen gäbe, keine Veranstaltung, auf der sie sich nicht allen widmete, besonders aber den jungen Menschen – vielleicht in der Sehnsucht, selbst „forever young“ zu bleiben. Immer zupackend, überall helfend, und wie ihr neuer Partner auch mit einer Portion Empörungsbereitschaft ausgestattet: „Das geht doch gar nicht!“ – ein oft gehörter Satz, der sie motiviert, politische Lösungen für ein Problem zu finden. Die Fraktion führt sie mit Mut, Herz und Verstand.

Sacit, der seine Herkunft aus der Türkei oft zum Anlass für Witzeleien nimmt, die allesamt einen wahren Kern haben: Osmane, Pascha, kleiner Sultan, all das sind Selbstbeschreibungen für einen Menschen, dem das große Herz schnell auf der Zunge liegt. Zarte Gefühle und plötzliche Wut liegen hier nahe beieinander; immer aber ist er großzügig und hilfsbereit. Als Ingenieur bei einem großen Dortmunder Pumpenhersteller hat er Sinn für Zahlenwerke, für Berechnungen, eine Fähigkeit, die es ihm leicht macht zu erkennen, wann die Verwaltung oder der Rat ihn mit Kalkulationen überrumpeln will, die auch ganz anders interpretiert werden können. Als grünes Fraktionsmitglied bringt er Gefühl und Vernunft ein. In Ausschüssen und Aufsichtsräten erweist er sich als kritischer Geist.

Unvergessen bleibt eine Reise in seine Heimat Istanbul, die er 2005 für uns Grüne organisierte und bei der er mit seinem eigenen Körper widerlegte, dass nur Frauen mit dem Bauch tanzen können.

Unnas Weg in den Orient, nach Lünern zu Charlottes und Sacits Haus, führt über die Morgenstraße, also der Sonne entgegen und diese Sonne würde nicht so viel Licht werfen, wenn da nicht auch noch die Familie wäre: Kinder, Enkel und Charlottes Mutter Ursula Kunert. Letztere als ewigjunge Ältere, Fässchen-Beauftragte der Grünen Partei, reiselustig und mit einem großen Herz für die Lieben daheim und in der Welt – eine Seniorin, auf die man sich immer verlassen kann.

Goethes Vision einer weltumspannenden Gemeinschaft wird nur wirklich, wenn wir es schaffen, den jeweils anderen Blick einzunehmen, die Perspektive, die uns nicht vertraut ist, die wir uns mit viel Mühe und Plage aneignen müssen.

„Divan“ heißt zu deutsch auch „Ratsversammlung“ und wer wünschte sich nicht, dass der Unnaer Rat wieder zu einer einmütigen Versammlung der unterschiedlichen Perspektiven und des inhaltlich fundierten Diskurses würde und nicht mehr vornehmlich als Staatl. Geprüfte Fraktionsaustrittsstelle wahrgenommen wird?

Beschließen wir das noch einmal mit Goethe,  dessen globale Perspektive aller Himmelsrichtungen Gläubigen wie Nichtgläubigen etwas geben kann:

Gottes ist der Orient!
Gottes ist der Occident!
Nord- und südliches Gelände
Ruht im Frieden seiner Hände!

Unsere guten Wünschen zum 60. Geburtstag gelten von Herzen Charlotte und Sacit und zum 80. Jubelfest Ursula!

Manfred Hartmann

 

 

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Bundesverdienstkreuz für unseren Fahri

Dr. Hartmut Fahrenhorst, bei Grüns Fahri, der Honigdrohne, genannt, wurde gestern von Landrat Michael Makiolla im Auftrag des Bundespräsidenten mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Mit 12 Jahren entdeckte er seine Leidenschaft für die gelb-schwarzen Völker. Lange bevor das weltweite Bienensterben die Wichtigkeit dieses Insekts dramatisch bekannt machte, lockte er in diversen Schul- und Jugend-AGs weltweit aber vor allem an seiner Peter-Weiss-Gesamtschule junge Menschen in die „Honigdiebe“ und dort zur Umweltliebe. Auch lange nach seiner Pensionierung schlägt sein Herz für die summende grüne Mitte „seiner Schule“, die inzwischen nicht nur mit Bienenblumen erblüht.
Grün hat er vor Jahren für den Kauf von Honigdiebe-Produkten zur Weihnachtszeit geworben. Im August hat er unser nachhaltiges Werben erhört und wurde Grünes Mitglied. Charlotte Kunert gratulierte Fahri deshalb besonders herzlich mit Sonnenblume, selbst-gekochter Marmelade und einem Fläschchen Grün-Käppchen! Mittwoch am Rande der Waldveranstaltung stoßen wir gern nochmal auf ihn, die Bienen und Umweltzukunft an. Grüne Ostpreußen-Freunde bekommen auch Fahris Bärenfang, das süße Likörchen in Erinnerung an Masuren. Und beim letzten Grünen Neujahrsempfang ehrte Grün-Vorständin Patricia Morgenthal in einer summenden Rede.

hs, 5. Oktober 2029

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Wege aus der Bremme-Klemme – Harger 2 bringt auch den Investoren nichts

Offener Brief an den Bremme-Investor ten Brinke, Edeka und alle, vor allem Ratsmitglieder, die aus dem Harger&Victoria-Desaster lernen sollten

Sehr geehrte Breitband-Investoren, liebe Entscheidende,
die beeindruckende Homepage und die ten Brinke Firmengeschichte zeigen, dass Group und Familie sich in nachhaltigen Verzinsungen verstehen. Kurz vor dem Ratsbeschluß über das Unna-Invest „Mühlencenter“ möchte ich Ihnen, Ihren Anlegern und den leider wohl entschiedenen Entscheidern hoffentlich noch rechtzeitig eine Gewinnwarnung zukommen lassen.

Wahrscheinlich haben Ihnen Ihre örtlichen Partner und die Ihnen zugewandte Verwaltung die tragischen Geschichten um Einzelhandelsansiedlungen an der nördlichen Innenstadtperipherie zugespielt. Der Ostzonen-Vorstadt-Charme des nahen Harger-Zentrums und die Victoria-Brache haben Großinverstoren, Projektentwicklern und Unnas Steuerzahler*Innen zweistellige Millionenbeträge gekostet.

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