Anleitung für Samenbomben

Königsborner Klöpschen: Blühende Stadt im Eigenbau

So einfach kugelt es sich:
1. Blumenerde (5 Teile): keinen Torf, die Restfeuchte lässt Samen quellen! Ideal: Königsborner-Hügelbeet-Erde sonnen- oder heizungstrocknen und mit Küchen- oder Gartensieb feinsieben (Haushaltssieb). Feuchte Erde führt zum Frühkeimen mit Selbstbombensprengung!
2. Tonerde, pulverisiert (5 Teile): gibt’s im Baustoffhandel, immer vorrätig bei Lindenbau, Wasserstraße 13.

  1. Samen/Saatgut (1Teil), eher weniger, je nach Aufblühquote und Pflanzengröße): Mohn, Margeritten, Ringelblumen, Stockrosen, Wildblumen, Kräuter, Gemüse, Kürbisse… Obacht: Sonnenblumen, Lupinen und Großkraftsamen sprengen oft die Kugeln schon durch Keimen beim Trocknen. Fachhandel (z.b: Drücke, Sombold) oder das Kräutergarten-Team berät gern und erfahren!
    4. Wasser (1 Teil): Vorsichtig nachgießen bis mürbeteigfeste Masse entsteht. Bei zu viel Nässe Tonpulver nachschütten.
  2. Die zähe Masse gut manschen und durchkneten. Dann Trüffel-große Kugel in den Handtellerrn rollen. Obacht die glatt-gerollten Kügelchen sehen nass wie Pralinés aus – da beißen NascherInnen gern mal zu!!!
  3. Alle Größen sind möglich. Aber bei größer als Walnuss besteht Keimgefahr im Kern, weil die Kugel langsamer durchtrocknet..
    5. Die Bällchen zum Trocknen z. B. auf einer alten Zeitung ablegen und 1 – 2 Tage trocknen lassen. Am besten besonnt. Anschließend trocken und belüftet lange lagerfähig.
  4. 6. KennerInnen tragen in kleinen Blechkästchen ein kleines Reservat mit sich rum. Spontanes Werfen, Legen oder Verschenken, löst überraschende Freuden aus!
  5. 7. Potentiell schöne Plätze suchen, die noch darben. Die Pflanzkübel vor dem Rathaus, Die Müllecken in der Innenstadt. Bahnhof Königsborn, dem die Pflanzkübel genommen wurden. Baumscheiben, Flachdächer, Parkplätze… Bringt unsere Stadt zur Blüte Unna, gebt ihr die Freudekugel!

Samenbombe1 Samenbombe2

 

Übrigens: Goethe hatte immer Veilchensamen in der Tasche. Weimar erblühte durch seine Spaziergänge duftig. Gandhi streute auf seinen Wegen gern Reis. Stare auf ihrem Weg nach Schottland bebombten Unna mit den Resten in Armenien aufgepickter Brombeeren. Das Brombeerdickicht  am Güterbahnhof hat seinen Ursprung in gefiederten Samenbombern. Die Guerillia-GärtnerInnen-Bewegung, die vor allem in New York Blüten, Früchte und Bäume in Innenstadtbrachen zum Wachsen brachte, schuf die moderne „Samenbombe“. Mehr dazu in: Josie Jeffery „Mit Saatbomben die Welt verändern“, 128 reich-bebilderte Seiten, Ulmer, Stuttgart 2012, 14,90€, bei Hornung immer vorrätig. Die ersten Samenbomben kamen über Manufaktum 2011 nach Unna. Das Hochpreisprodukt regte zu Eigenbauten an.

 

Noch mehr Informationen und Hintergründe von Unnas Samenbombenhistorie, Findet man in diesem PDF.

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